Künstler – mit Namen

Meine Eltern haben sich etwas dabei gedacht, als sie mich auf den Namen Tanja Nicole taufen ließen. Jeder für sich, hatten sie sich Gedanken gemacht und dem jeweils anderem kurz vor der Entbindung das Ergebnis präsentiert. Nicole, sagte meine Mutter, weil so das kleine, süße Mädchen ihrer Aupair Familie in Südfrankfreich hieß und deren wenige Fotos sie wie einen Schatz hütet. Tanja, sagte mein Vater und so wie ich ihn kenne sagte er nur das und begründete die Wahl mit keinem weiteren Wort. Musste er auch nicht. In meinem Geburtsjahr gehörte Tanja zu den Top 10 Namen und wenn einem nichts besseres einfiel, dann war man damit auf der sicheren Seite. Beide Namen gehörten zu den Top 10 und mit Tanja Nicole war ich in etwa so individuell wie der durchschnittliche Helene Fischer Fan es heute ist. Ab Ende der 80iger Jahre wurden beide Namen seltener und wenn sie heute eine Tanja oder eine Nicole treffen, dann müssen Sie nicht nach dem Alter fragen. Beide sind altmodisch geworden und ich bin heute so etwas wie die Helgas und Inges als ich ein Teenager war. Glückwunsch, liebe Eltern – es ist ein Kackname. Verbunden mit meinem Nachnamen kratze ich nicht mal mehr am Mittelmaß sondern laufe ganz eindeutig unter ferner liefen. Verstehen Sie das? Weiterlesen

Ein Witz von Tasche

Ob man uns sehen könnte, will sie wissen und das letzte Lachen im alten Jahr ist laut, derb und ansteckend. Das einzig passende Lachen, wenn zwei erwachsene Frauen hinter einem Busch stehen und einzuschätzen versuchen, wie viel Deckung die dürren Äste wohl geben können und ob man uns sieht. Ja, nein und jetzt Ruhe, die letzte zwanzig Sekunden haben begonnen. Es gibt wenige Menschen, mit denen ich sie in einer Seitenstraße stehend, herunter zählen möchte. Sie gehört dazu. Einer bei dem es völlig egal ist wo man die letzten Sekunden des Jahres verbringt, solange man nur nebeneinander steht. Wir standen schon im Nebel, an einer ausgestorbenen Kreuzung und rannten lachend und atemlos zu einer Verabredung. An alle letzten Sekunden erinnere ich mich gerne. Die hinter dem Busch stehend passen gut dazu. Wir haben die Wunderkerzen zu Hause vergessen. Es macht nichts, weil das Feuerwerk in diesem Jahr besonders schön ist. Spring, höre ich dich leise an meinem Ohr und schließe die Augen um dich besser zu sehen. Der Moment ist zu kurz und du viel zu flüchtig. Erst später, so viel später, bist du wieder bei mir.  Weiterlesen

Obacht, Rauhnacht!

„Mei, geh hoid waida, dumm’s Tritschal.“, fordert mich Herr Meier auf. Er hat Recht. Ich stehe gerade wirklich saudumm vor der Türe zum Keller und versperre ihm den Weg. An mir vorbei kommt er nicht, weil auf meiner Hüfte ein Wäschekorb sitzt und ich damit doppelt so breit wie gewöhnlich bin. Die Wäsche müsste in die Maschine. Sie und zwei weitere, die noch oben im Flur stehen. Eigentlich müsste ich dringend waschen und gerade jetzt zwischen den Jahren, wo ich Zeit habe, viele Hausbewohner im Urlaub und die Maschinen frei verfügbar sind, ist der Zeitpunkt ideal. Herr Meier schaut mich an. Erst mich, dann den Wäschekorb, dann noch einmal mich. Wieder hat er Recht. Die Wäsche wird warten müssen. Vielleicht nicht die ganze Wäsche, aber ganz sicher die Leintücher. Ich trete zurück und Meier nickt zufrieden. „Ganz sauber bist ned, ha?“ Fragt er noch mit einem Blick auf meine Bettwäsche und schiebt sich dann an mir vorbei. Er weiß es auch, wer in den Rauhnächten ein Leintuch wäscht, der läuft Gefahr, dass es im nächsten Jahr zum Leichentuch wird. So blöd, das zu riskieren bin ich dann doch nicht. Danke, sag ich noch, weil mein Nachbar mir vielleicht das Leben gerettet hat. 

Auf mein Glück kann ich mich nicht verlassen. Das habe ich schon überstrapaziert, als ich mich in den Rauhnächten in den Stall geschlichen habe, weil man sich erzählt, dass Tiere – besonders Pferde und Ochsen – in jenen Nächten der menschlichen Sprache mächtig sind. Dummerweise stirbt man meist, wenn man sie sprechen hörte und es war ein großes Glück, dass bei uns im Stall nur Kühe standen, die den nächtlichen Besuch gleichgültig und stumm betrachteten. Überhaupt sind diese Nächte gefährlich. Zwar bieten sie unverheirateten Frauen die Möglichkeit um Mitternacht an einem Kreuzweg ihren künftigen Bräutigam zu sehen, bringen sie aber auch in größte Gefahr. Wenn der Zukünftige erscheint, muss man ihn schweigend vorübergehen lassen und darf ihm keinesfalls nachsehen, weil das den Tod bedeutet. Ob den seinen oder den ihren weiß ich nicht. Ich habe um Mitternacht zwischen den Jahren nur einmal einen am Kreuzweg gesehen. Meinen damaligen Freund, der ziemlich angetrunken nach Hause gegangen ist. Angesprochen habe ich ihn nicht, geheiratet aber auch nicht. Meine Nachbarin Frau Obst reißt mich aus den Gedanken. Weit unfreundlicher als Herr Meier, fragt sie mich was ich so blöd im Weg rumstehe und verstummt, als sie meinen Wäschekorb sieht. Für so dumm hätte sie mich nicht gehalten, sagt sie noch und schüttelt dann langsam und bedeutungsvoll den Kopf. Ich beruhige sie und verspreche, weder zu waschen noch in den Stall zu gehen. Das reicht ihr nicht. Putzen, das sollte ich machen. Vorhin als sie zufällig an meinem Küchenfenster vorbei ging (wie ihr das zufällig gelungen ist, bleibt ihr Geheimnis), sah sie wie es bei mir aussieht. Kriminell und verlottert. In jenen Tagen hätte man sich darum zu kümmern, dass alles ordentlich und sauber ist, aber so was weiß ein junges Dinge wie ich ja nicht. Nur weil sie mich ein junges Ding genannt hat, sehe ich ihr den ruppigen Tonfall nach. Und nur weil ich mich um meine Nachbarn sorge, hänge ich einen Zettel mit den wichtigsten Hinweisen am weißen Brett unten vor dem Lift aus:

Rauhnächte!

Nicht waschen.
Keine Türen zuschlagen.
Verliehene Dinge zurück holen.
Nüsse nicht vom Boden aufheben.
Keinesfalls die Haare oder Nägel schneiden.
Bettwäsche nicht unter freiem Himmel auslüften.

Sonst: Plötzlicher Tod, schwere Krankheit oder Beschwörung von Unheil.
P.S. Und nicht um Mitternacht mit Tieren sprechen, sofern diese mit Ihnen sprechen. Ich weiß nicht ob das auch außerhalb eines Stalles gilt, aber sicher ist sicher.

Vielleicht halten Sie mich jetzt für ebenso verrückt wie meine Nachbarn, die meinen Zettel mit netten Anmerkungen versehen haben. Pauls Handschrift kenne ich. Er schrieb: „Nicht besoffen Zettel ans Brett heften ;)“ Im Waschkeller stehen dennoch die Maschinen still. Keine würde zugeben, dass er an die Rauhnächte glaubt, riskieren würden sie es aber auch nicht. Zugern würde ich wissen, wer draußen unter dem Hollerbusch eine Schale Milchreis hingestellt hat und wer der Meinung ist, dass man auch Füße nicht waschen sollte. Der Hinweis von Frau Obst, dass auf Ordnung zu achten sei, wurde von Frau Angermeier kommentiert. Sie weißt ausdrücklich darauf hin, dass vor den Rauhnächten geputzt werden muss, während ihnen aber auf keinen Fall. Ob man streiten darf, weiß ich nicht. Die beiden Alten tun es aber schon den ganzen Tag. Man hört sie im Treppenhaus. Schaden tut es sicher nicht. Dank meines Aushangs ist endlich auch Frau Lummer aus dem Hinterhaus integriert. Ihre Aushänge im Sommer, auf denen sie Kurs für feministisches Yoga (fragen Sie mich nicht, ich war nicht dabei) und schamanisches Trommeln für nur 125 Euro die Stunde anbot, kamen nicht so gut an. Dass sie jetzt aber mit glimmenden Büscheln aus Salbei und Johaniskraut durch das Treppenhaus rennt, finden wir gut. Das soll die bösen Geister vertreiben und wir hoffen, dass es auch gegen Frau Obst und Frau Angermeier hilft. Außerdem riecht es gut und jeder weiß, dass Johaniskraut beruhigend wirkt. Nur nicht auf unseren Hausmeister. Der tobt, weil nach der dritten Runde von Frau Lummer, die Rauchmelder angeschlagen haben. 

Passen Sie gut auf sich auf!

 

Halo-Effekt

Der Halo-Effekt [ˈheɪ.loʊ ɛˈfɛkt] (von englisch halo, Heiligenschein) ist eine aus der Sozialpsychologie bekannte kognitive Verzerrung, die darin besteht, von bekannten Eigenschaften einer Person auf unbekannte Eigenschaften zu schließen. Wenn zum Beispiel Person A Sympathie für Person B empfindet und generell Menschen sympathisch findet, die großzügig sind, wird Person A annehmen, dass Person B großzügig ist, ohne dafür irgendeinen Hinweis zu haben. Bei einer positiven Verzerrung spricht man auch vom Heiligenschein-Effekt, bei einer negativen vom Teufelshörner-Effekt. Verstanden? Macht nichts.  Weiterlesen

Atmende Filzkugeln

Er atmet, sage ich und weiß, dass er versteht, dass dieser Atem so viel mehr ist, als das Schnauben aus einer felligen Hundeschnauze. Er ist mir alles, dieser Atem. Und muss es sein, weil ich gar nichts mehr bin. Nicht einmal richtig müde bin ich. Ich bin so erschöpft, dass ich eigentlich gar nicht mehr richtig da bin. Da ist es gut, wenn einem ein gleichmäßig atmender Hund an die eigenen Atemzüge erinnert. Schöne Weihnachten, das habe ich noch umarmend gerufen und bin dann schnell raus gerannt, bevor ich unsichtbar wurde. Das passiert so schnell, im Jahresendspurt und dann liegt man platt und unsichtbar unter dem Christbaum und kann nicht mehr aufstehen. Ob ich eine Erkältung meine, höre ich dich fragen und schüttle den Kopf. Als ob man von einer Erkältung schon jemals unsichtbar geworden ist. Nein, es ist viel mehr, das ganz Jahr, das einem auf den Schultern sitzt und bei all seiner Schönheit so schwer geworden ist, dass man Teile davon abschütteln muss. Sonst begräbt es einen und man hat keinen Platz mehr für die letzten, bestimmt auch sehr schönen Tage des Jahres. Das versteht er, weil er weiß, dass mir gerade die letzten Tages eines Jahres wichtig sind. Deshalb fragt er auch nicht, was ich mache und ahnt, dass ich nicht viel mehr als der Hund mache. Die Frage, wo ich es mache ist berechtigt. So etwas kann man nicht wissen und selbst ahnen ist schwer, da er nicht wissen kann, dass mein weißer Filzkugelteppich bereits geliefert wurde. Auf dem weißen Filzkugelteppich sage ich ihm deshalb und er lacht. Passt farblich zum Fell des Hundes, meint er und hat recht. Dazu und zum Winter, zum Adventskranz und überhaupt zu allem schönen. Ein solcher weißer Filzkugelteppich ist nämlich etwas ganz wunderbares und mit kaum einem anderen Teppich zu vergleichen. Es ist ganz wunderbar auf ihm zu stehen. Noch schöner nur, mit einem Hund – unbedingt ein großer – auf ihm zu liegen. Perfekt ist es, wenn die ergrauten Haare der Schnauze die gleiche Farbe wie die Filzkugeln haben. Warum das so ist, bleibt ein Geheimnis. Weiterlesen

Von Ochsen und Bäumen

Ich kannte mal einen, der hat jedes Jahr pünktlich zum ersten Advent einen Karton aus dem Keller geholt und die Wohnung weihnachtlich dekoriert. Eine, der Jahreszeit angepasste Dekoration bedeutete bei Jan, dass er den Aschenbecher stimmungsvoll mit Alufolie auslegte und die Glühbirne im Wohnzimmer austauschte. Vier Wochen lang war der Raum in pinkes Licht gehüllt. Das passte gut zu den Strohsternen die er über die Hälse der Bierflaschen und die Lavalampen gehängt hatte. Jan war damals gerade mal Zwanzig und ich mochte seine Deko, weil ich ihn mochte. Mit Zwanzig hatte ich kein Auge und kein Geld für stimmungsvolle Adventsdekoration. Eine von den Eltern geerbte alte Lichterkette reichte. Meine hatte besonderen Charme, da sie an vielen Stellen mit buntem Isolierband geflickt war. Eine schöne Erinnerung an Fippsi und Chester, die verfressenen Meerschweinchen meiner Kindheit. Mehr brauchte es nicht. Weiterlesen

Alltag [der]: Substantiv, maskulin [ohne Plural] II

Stimmt nicht. Lassen Sie sich von mir versichern, dass der Duden eben doch nicht alles weiß. Natürlich gibt es einen Plural vom Alltag. Der Alltag; die Alltage. Ausnahmsweise lehne ich mich etwas aus dem Fenster und bezeichne mich als Autorin. Als eine, die überwiegend über den Alltag schreibt und die sich anmaßt, sich aufgrund der intensiven Beschäftigung mit eben diesem, bestens auszukennen. Deshalb….Plural: [Alltage]. Sorry, Duden – ist so.  Weiterlesen

Fenster Geschichten

Wenn Sie am 08.12.2018 zur Lesung kommen, dann lesen Sie jetzt nicht weiter, ja? Sonst wird Ihnen da dann fad. 

Wenn ich jetzt im Winter morgens in die Arbeit gehe, dann mag ich es, in die hell erleuchteten Fenster zu blicken. Freilich, das ist neugierig und wahrscheinlich gehört es sich auch nicht, aber wer das nicht will, der könnt ja einfach die Vorhänge zuziehen. Manche sollten das auch. Zum Beispiel des Prackl von Mannsbild, das im Parterre gleich ums Eck wohnt. Jeden morgen steht er in der ausgeleierten Unterhosen vorm Herd und schaut der Milch beim warm werden zu. Und ich ihm beim Zuschauen, weils gar so nett ausschaut, wie er dasteht, das Kreuz durchdrückt und sich gähnend die Haar zu richten versucht. Den mag ich. Weil er lustig ist. Die Familie mit den drei Kindern daneben würd ich wahrscheinlich auch mögen, wenn ich sie kennen würde. Fremd aber, sind sie mir ein bisschen zu langweilig. Die sitzen nur am Tisch und es passiert nichts. Wobei ja eigentlich auch gar nichts passieren muss. Manch einem kann man auch beim Sitzen zuschauen ohne das einem die Zeit lang wird. Wenn ich morgens auf den Bus warte, dann sehe ich eine alte Frau an ihrem Küchentisch sitzen. Die macht gar nichts. Die trinkt bloß eine Tasse Kaffee. Aber sie lächelt dabei und es sieht so schön aus, wie sie die Tasse nimmt, langsam nippt, lächelt und sie dann wieder absetzt. Wenn sich einer so über den ersten Kaffee des Tages freut, dann freut einen das auch – schon beim Zuschauen. Zu der würde ich mich sofort dazu setzen. Zu anderen auf keinen Fall. In machen Wohnungen herrscht ein Gewusel, dass einem ganz schwindlig wird. Da fragt man sich wie zwei eine halbwegs gute Beziehung führen wollen, wenn sie sich schon in der Küche früh morgens dauernd anrempeln, weil keiner ausweichen will. Solche Paare, haben auch zwei Fernseher. Das sieht man dann abends. Da sitzt einer in der Küche und einer im Wohnzimmer. Von außen betrachtet, ein trauriger Anblick. Vor allem wenn die jeden Abend alleine rumsitzen. Da wären zwei Wohnungen doch gescheiter, dann bliebe zu hoffen, dass sie sich freuen, wenn sie sich dann mal sehen. Dann müssten sie auch nicht jeden Abend streiten, wie die zwei im Hinterhaus, bei denen man froh ist, dass jetzt Winter ist und die Fenster geschlossen und die Vorhäng zugezogen sind. Hinter diesem Fenster werden Geschichten erzählt, die ich nicht hören will. Das machen sie nämlich, die hellen Fenster im Winter – sie erzählen Geschichten.  Weiterlesen

Karma im Nacken

Seit ich die Ventile der Heizkörper im Keller und im Erdgeschoss abmontiert und bei mir in der Wohnung installiert habe, ist es im Treppenhaus ein wenig kühl. Das ist für jeden spürbar und für mich noch etwas mehr, weil mir das Karma unangenehm eisig in den Nacken atmet. Den Hauch des Karmas muss man aushalten, sage ich mir und bleibe auf den Treppenstufen zwischen erstem und zweiten Stock sitzen. Es ist in Ordnung, dass ich friere. Es ist ja nur ein Frösteln und ich stelle mir vor, dass man im Gefängnis, auf diesen schmalen Pritschen, mit den kratzigen Decken bestimmt noch mehr unter herbstlicher Kälte leiden muss. Ich muss nicht ins Gefängnis. Hätte ich einen Mord begangen, dann würde ich sicher nicht auf meinem Blog darüber berichten, sondern hätte mich längst vertrauensvoll an den Strafverteidiger in meinem Bekanntenkreis gewendet. Vielleicht, so überlege ich auf den Stufen sitzend, sollte ich das präventiv dennoch tun. Der Strafverteidiger, der zugleich ein alter und guter Freund ist, befindet sich auf einem anderen Kontinent und wenn ich dem Tatort glauben darf, dann ist es besonders wichtig schon bei den ersten Verhören einen Anwalt an seiner Seite zu haben. Ich sollte ihm vielleicht die Möglichkeit geben, sich auf den Weg zu machen, damit er da ist, wenn es nötig ist. Mord wäre es nicht. Herr Krüger lebt ja noch. Aber versuchter Mord vielleicht schon. Es glaubt einem ja keiner, dass man einen massiven 30 Zentimeter großen Porzellan Gartenzwerg versehentlich vom zweiten Stock aus, auf die Straße schleudert. Weiterlesen

Gedankenleser gesucht

Nie würde ich mir von einem Mann den Mund verbieten lassen. Völlig ausgeschlossen, dass ich es tolerieren oder akzeptieren würde, dass mich ein Mann bittet den Mund zu halten. Trotzdem, und das ist erstaunlich, bin ich in vielen Momenten sehr, sehr froh wenn mir einer, und nur dieser eine, mit einem Blick signalisiert dass ich genau das bitte tun soll. Den Mund halten.

Würde ich die obigen Sätze nicht für Sie aufschreiben, sondern im Kreis meiner engsten Freunde laut aussprechen, dann würden sich drei Männer ansehen und sich fragen, bei wem bitte, ich schon jemals aufgrund eines Blickes verstummt wäre. Nicht bei ihnen, da wären sie sich sicher. Ganz im Gegenteil, wenn man gerade hofft, dass ich nichts mehr sagen werde und sich entspannt zurück lehnt, dann schieße ich gerne noch einmal nach und man kann sich sicher sein, dass Menschen die mich nicht kennen, spätestens dann davon überzeugt sind, eine komplette Idiotin vor sich sitzen zu haben. Meine engsten Freunde, befinden sie sich in einem Raum, beginnen dann gerne Anekdoten von mir zu erzählen. Die sind für alle, außer für mich, auch lustig. Besonders lustig, weil Bekannte und weniger enge Freunde, nicht wirklich ernst nehmen, was sie hören und deshalb hemmungslos lachen. Man hat mir geraten, das besser nicht richtig zu stellen und einfach mit zu lachen. Weiterlesen