Der Hirschkopf bleibt! – 2024

Kirschen gegessen – Wasser getrunken
Bauchweh bekommen – Arzt gerufen
Ins Krankenhaus gekommen -gestorben

Entgegen der Weissagung des alten Kinderreims werden Sie die Kombination aus Kirschen und Wasser vermutlich überleben. Empfehlen kann ich sie Ihnen trotzdem nicht. Insbesondere wenn es sich um ein ganzes Pfund frischen Steinobstes und mehrere Mundvoll, versehentlich konsumierte Schlucke von hochsommerlich, abgestandenen Bayerischem Seewasser handelt. Dann ist Ihnen etwa dreißig Minuten später klar, warum kluge Mütter noch heute von dieser Mischung abraten – Ihr Magen rebelliert.

Weitere sechzig Minuten später sind die Kirschen Geschichte und Sie – sofern Sie bei 30 Grad in der prallen Sonne liegen – reichlich erschöpft. Ihr Kopf ist so leer wie Ihr Magen und Sie lassen sich leichtsinnig zu Versprechen hinreißen, deren Tragweite Ihr geschwächter Geist in diesem Moment nicht erahnen kann. Ob das gut ist? Unbedingt! Ich glaube fest daran, dass vieles gar nicht erst begonnen werden würde, wenn einem klar wäre, worauf man sich einlässt. Ich jedenfalls hätte meiner Freundin an diesem Augusttag sicher nicht versprochen, ein Buch über die Liebe zu schreiben, wenn ich geahnt hätte, dass ich mich über fünf Jahre lang nicht an dieses Thema herantrauen würde. Nicht unbedingt, weil es über die Liebe nichts zu erzählen gibt. Ganz im Gegenteil. Sie ist ein wunderbares und dankbares Thema. Ich scheute mich, weil ich gut ein halbes Jahrzehnt brauchte, mir das OK von jedem einzelnen meiner Exfreunde und allen bisherigen Dates einzuholen. Gebraucht hätte – am Ende habe ich es gelassen und hoffe nun, auf das Wohlwollen, die Geduld und die Nachsicht meiner Freunde, Exfreunde, Dates und meines Partners. Von letzterem habe ich die Erlaubnis bereits ungefragt erhalten. Mit grandiosem, männlichem Selbstbewusstsein lehnte er im Türrahmen und lächelte milde. Sehr unbesorgt, teilte er mir mit, dass alles was ich über ihn schreiben und erzählen könnte, doch nur nett sein könne. Dass „nett“ ein Wort mit besonders vielen Untertönen ist, übersah er. Ja, nett sei es mit uns immer gewesen, versicherte ich ihm und wünschte mir ein wenig von seinem Selbstbewusstsein. Dann hätte ich ihm nämlich gleich gestehen können, dass ich den Buchstaben „A“ in meinem imaginären Inhaltsverzeichnis für ihn reserviert habe. Nur nicht nett für z.B. Amore sondern für „arrogantes Arschloch“. Natürlich sagte ich es ihm nicht. Eine Beziehung lebt von Überraschungen und dieses Buch wird ganz sicher eine werde. Für ihn ganz sicher und für Sie hoffentlich auch. 2024 kommt es. Und um mich selbst ein bisschen unter Druck zu setzen, erzähle ich Ihnen schon heute davon.

Der Hirschkopf bleibt!

Eine bunte Sammlung von Erzählungen die sich um das Thema Liebe drehen. Von skurrilen und ungewöhnlichen Verabredungen, über aufregenden Anfänge und Herzflattern und bis hin zu Momenten, in denen ein unbedachter Satz im falschen Moment, den Alltag und langjährige Beziehungen ordentlich durcheinanderwirbelt.

Eine erfrischende Erinnerung, wie vielfältig, überraschend und faszinierend die Liebe sein kann. Geschichten über das Suchen, das Finden und das Bewahren der Liebe laden ein, sich in den amüsanten Erzählungen wiederzuerkennen. Und keine Sorge. Die Autorin wird ihnen keine Tipps geben. Sie wird sie lediglich beruhigen, dass es völlig ok ist, ab und an der Liebe zu verzweifeln. So geht es uns allen.

33 Gedanken zu “Der Hirschkopf bleibt! – 2024

  1. Liebe Mitzi❣️
    Im virtuellen Inhaltsverzeichnis der noch virtuelleren Rezension deines offenbar bereits den Raum der Möglichkeiten verlassen habenden Buches reserviere ich dir den Buchstaben G (wie grossartig, genial und gratuliere!).
    Dass du fähig bist, ganze Bücher mit wunderbar witzigen, schmerzhaften, berührenden und klugen Schilderungen, Erzählungen und Erinnerungen zu füllen, wissen wir schon. Umso toller, dass du diesen segensreichen Kirsch-Seewasser-Mix zu dir genommen und dich danach noch ordentlich von der Sonne hast rösten lassen, denn ich stimme dir vollkommen zu: Einige der besten Entscheidungen werden im Zustand der nur mässigen Zurechnungsfähigkeit getroffen, wenn die innere Kritikerin gerade mal Pause macht oder zu beschäftigt mit anderen Dingen ist. Beispielsweise mit Schimpfen, weil man Brackwasser getrunken und (zu viele?) Kirschen gefuttert hat.
    Dürfen wir uns womöglich auf die eine oder andere Leseprobe hier im Blog freuen? Ich würde das sehr begrüssen… 😇

    Das Geheimnis der Kirsche in deinem Header ist nun auch gelöst, oder schlummert dahinter eventuell eine weitere Geschichte und noch ein Buch?

    Falls du deinen Allerliebsten, den Arroganten Anusbesitzer, nicht ganz so direkt mit seiner Kernkompetenz „Nettigkeit“ konfrontieren möchtest, solltest du je beschliessen, ihm seine Einordnung unter A transparent zu machen, kannst du natürlich behaupten, es stünde einfach für Arzt. (Ist er doch?) Wer mit dieser Berufsgruppe privat schon zu tun hatte, weiss um die manchmal etwas eigenwillige Interpretation ihrer Angehörigen der Begriffe „Empathie“, „Geduld“, „Gelassenheit“ etc. Oder wie es einst eine durchaus sympathische Kollegin formulierte, kaum dass sie den Schritt von der abgehetzten, überarbeiteten Assistentin zur abgehetzten, überarbeiteten Oberärztin vollzogen hatte: „Ja, ich weiss schon, dass ich meine Leute zu sehr stresse, aber ich muss ja, ich bin jetzt die Chefin!“

    Bis zur Kirschensaison dauert es noch ein wenig, doch vielleicht gönnst du dir vorab ein Stück Schwarzwälder Kirschtorte, um deinen Mut angesichts der Fülle an Überraschungen zu feiern, mit denen du dein Umfeld zu beglücken gedenkst. Und stellst vorsichtshalber noch eine Flasche Zuger Kirsch (der weltbeste, wenn man den Zugern glauben darf) in die Hausbar, um damit effektiv und zügig (!) allfällige Wogen zu glätten.

    Wie auch immer, ich wünsche dir mit deinem neuen Buch viel Erfolg und den diversen Herren ausreichend Humor und Eitelkeit. (Da fällt mir ein: Hast du es bei Paul schon mit Kirsch versucht? Vielleicht gibt er dann doch noch grünes Licht für weitere Auftritte in deinem Blog. Er hat hier schliesslich sowas wie eine Fangemeinde und entsprechende Verpflichtungen, auch wenn er das eigenartigerweise anders zu sehen scheint.)

    Herzliche Grüsse aus sonnigen, aber noch kirschblütenfreien Schweiz
    Eva

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    1. Liebe Eva,

      ich habe deinen Kommentar gerade mit einem breiten Grinsen gelesen. Der Tipp das A dem Arzt zuzuordnen ist wunderbar. Im Laufes des Schreibens bin ich vom Alphabet wieder abgekommen (zu viele Kapitel und zu wenige Buchstaben) aber für die Deeskalation meiner bereits getroffenen Aussage ist das ein gutes Argument. Und nicht zuletzt steht er mit dem ersten Buchstaben im Alphabet auch ganz vorne.

      Paul habe ich nicht vergessen und früher oder später erscheint er hier auch sicher wieder. Im „Hirschkopf“ nicht obwohl er mir eine Vorlage geboten hat. Wenn es rauskommt, verrate ich dir hinter welcher Person sich auch unser Paul versteckt.

      Den Zuger Kirsch behalte ich im Hinterkopf. Der eine oder andere wird ein Fläschen brauchen um sich mit mir auszusöhnen 😉

      Und sicher gibt es auch außerhalb des Buches hier etwas zu lesen.

      Liebe Grüße in die Schweiz
      Mitzi

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      1. Liebe Mitzi, es freut mich, wenn du mich (bzw. uns) zum Lachen bringst, und auch, wenn es umgekehrt gelingt.
        Zuger Kirsch ist wirklich eine sehr nützliche Geheimwaffe und soll so rein und unverfälscht sein, dass die Berufsgruppe mit A nichts daran auszusetzen finden dürfte. Hoffen wir also, dass der fragliche Herr ganz vorne mit dabei ist, wenn du nach dem Einschenken zutreffender Kommentare ein erstklassiges Beruhigungsmittel ausschenkst. Und vegan ist das Fruchtdestillat auch.

        Liebe Grüsse
        Eva

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  2. Ich verspreche, ich werde es lesen. Vermutlich auf der Wiese an eibe8m Badesee. Mit ordentlich bayerischen Seewasser im Magen, was beim Schwimmen ziemlich oft vorkommt. Aber ohne Kirschen.
    Vielleicht aber mit ein paar Pommes vom Kiosk.
    Wenn es bis dahin erhältlich sein wird…

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  3. Ich überlege gerade, ob es noch ein anderes Thema geben könnte, über das du besser schreiben könntest. Dazu sage ich einfach „nein“ – aber vielleicht sind es doch die griechischen Kleinameisen, weil ich dich eben doch nicht gut genug kenne.
    Mann und Frau dürfen gespannt sein – die einen beim Lesen, wie sie beschrieben wurden, die anderen beim Lesen und glücklich oder unglücklich gucken, weil sie nicht zum Kreis der Beschriebenen zählen.

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    1. Griechische Kleinameisen…das wäre mal ein Thema! 🙂
      Ich bin noch beim Überarbeiten, aber ich glaube so langsam komme ich zu einem Ende und kann dann dieses Jahr endlich das fertig stellen, was ich eigentlich schon zu Beginn des Blogs schreiben wollte. Liebe Grüße

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    1. Danke, Jules. Ich setzte mich jetzt ein bisschen unter Druck, indem ich es ankündige. Viel zu lange schon kaue ich darauf herum und will es gut machen. Besser als die ersten beiden usw. Ich war also weniger fleissig als viel mehr unsicher und zweifelnd ob es denn gut wird oder nicht. Jetzt mach ich es so gut ich kann und bekomme dann hoffentlich den Kopf etwas frei.
      Liebe Grüße

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    1. Ich hoffe der Titel ist am Ende der richtige. Ich finde das sooo schwer. Da ich noch beim finalen Überarbeiten bin, kann ich mich noch umentscheiden. Aber je länger ich ihn „habe“ umso passender erscheint er mir 🙂

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      1. Ich assoziiere mit dem Titel den Anspruch, in der Liebe seine Individualität nicht aufzugeben, in einer Beziehung Raum zu haben für sich selbst und Platz für noch so eigenwillige Dinge, an denen man hängt.

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      2. Eine schöne Assoziation. Und vor allem eine, die nicht weit weg von meinen Gedanken ist.
        Ganz banal geht es im Hirschkopf Kapitel um Zusammenziehen und einen gemeinsamen Nenner zu finden. Aber oft sind die Diskussionen bei einer gemeinsamen Wohnung ja stellvertretend für Dinge die viel tiefer liegen.

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  4. Da der Hirschkopf meist ja männlich konnotiert, also mit Geweih versehen ist, ist der Titel für die schreibende Frau, Cis – Frau (nicht musiktheoretisch, sondern gendermäßig) recht passend. Sogar der Hirsch drunter ist austauschbar.
    Aber ein heftiges und umfangreiches, nein uferloses Thema! – Nur Mut.
    Apropos Ufer: Also, ich halte Pommes nicht für besser als Kirschen. Ich denke, es ist eher die Mengenfrage. Im oder zum oder unter Wasser viel zu essen überlasse man den dort Lebenden, etwa Pelikanaalen.
    Die Liebe… Oh, so viele haben davon geschrieben. Ob Konsalik oder Shakespeare. Man kann über die Liebe auch nicht viel Dummes, Falsches oder Abgedroschenes sagen, denn, Überraschung, im Erleben ist es, und sei es tausendmal das Gleiche, doch immer neu. Sie beschäftigt uns. Alle. Selbst oder gerade die, die sie weit von sich weisen (ein Atheist, der ständig lautstark die Götter leugnet, ist letztlich keiner… Hier nur eine Analogie, bitte!).
    Liebe Mitzi, in Liebe: da hast Du Dir was vorgenommen! Ich würde, glaube ich, auf all zu akribische Personal- und Nabelschau verzichten. Und buchstabengetreue Festschreibungen, die dann ja doch nicht den ganzen Typen abbilden können. Aber das bin ja auch ich, die ich lieber verfremde, verallgemeinere, eine erfundene Girlande um etwas schlinge, um es allen, auch mir, unkenntlich zu machen.

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    1. Ich wünschte ich könnte so ein gewichtiges Thema wie die Liebe so wie (ich vermute, dass du es tätest) du behandeln. So vielfälltig, immer anders, überraschend und um Ecken gedacht wie deine Erzählungen. Ich würde kläglich scheitern und bleibe deshalb bei meinen Ich Erzählungen.
      Wenn es gelingt, dann gebe ich am Ende auch wieder nur so viel Preis, wie ich für richtig halte und verneble und vermische gerade so viel, dass der eine oder andere sich selbst erkennt. Im besten Fall der Leser und nicht mein Freund.
      Wobei der natürlich doch vorher weiß, was ich da geschrieben habe. Ich will ihn ja nicht mit aller Gewalt vergraulen.
      Den Pelikanen das Wasser zu überlassen bzw. das darin….ja, das dürfte die beste Methode sein um sich Magenkrämpfe zu ersparen.

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      1. Oh ja, Mitzi – und danke für das dicke Lob! Ein Glück, dass Du mich nicht siehst, rot angelaufen! Einer der Gründe, warum ich selbst bestimmt niemals öffentlich lesen werde wie Du! (Wie gesagt, für den Notfall hätte ich da einen – ja, typisch, einen er! – an der Hand) – bleib Du bei Deiner Schreibe! Das sollte jeder tun. Natürlich darf man sich mal an ungewohnten Varianten versuchen, aber pure Nachahmung gefällt nicht immer. Und Du hast nun wirklich zu einer Art gefunden, die auch ankommt, ein wenig lässig und doch immer mal das herauspickend, was Dir an der Sache grad wichtig war.
        Nein, schreib nicht so umständlich wie ich, Du mußt auch nicht bei Agape, Eros und Philia anfangen. Doch, ich täte es wohl und vergraulte schon mal die Hälfte der Leserschaft… Fang bei A wie ansprechende Arroganz an, vielleicht auch bei A wie Ach war der zweisitzige Alfa Romeo eng und ende nicht bei Z wie zerzaustes Zamperl, das nur aus Mitleid mitdurfte, meinetwegen bei O wie O mei, der Ohrwurm und damals der geräumige Opel Omega oder auf was Du immer hinauswillst.

        Für den Wasserteil nimm nicht den Pelikanaal, sondern vielleicht Grönlandangler, die haben, sozusagen und gewissermaßen, die treuesten Männchen. Denn es geht ja um die Liebe, ob mit leerem Magen oder nicht.

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      2. Ich glaube auch, dass es wenige gibt, die problemlos zwischen der Art zu schreiben oder zu erzählen wechseln können. Zweifellos ein Talent. Ob man es aber haben muss….keine Ahnung. Hier auf den Blogs steht (so denke ich) die Freude am Schreiben und Erzählen im Vordergrund und das lese ich ganz oft heraus. Ob etwas gut ist, will und kann ich gar nicht beurteilen.
        Du weißt, dass ich das Kompliment ernst gemeint habe. Es ist einfach immer wieder schön in deinen Fundus abzutauchen. Gerade weil er so breit und tief ist. Umständlich würde ich das nicht nennen. Man oder ich musste mich am Anfang darauf einlassen, habe es dann aber sofort genossen.
        Den Grönlandangler….ok. Den werde ich mir mal näher ansehen. Treuste Männchen passen in der Tat besser als volle oder leere Mägen. Denn der Spruch mit Liebe und Magen….gähn…der ist sogar mir zu platt.

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      3. Hm. Beim Gröndlandangler geht’s schon auch um das Fressen, wenn auch ganz, ganz anders, als man es manchen Spinnen und etwa der Gottesanbeterin nachsagt. Die Männchen sind schlicht an dem riesigen Weibchen festewachsen… (und der gewählte Pelikanaal hat dafür keine nachahmenswerten Eßsitten. Aber er wohnt ja auch dort unten im Dunkeln, wo ihn vermutlich keiner sieht).
        Das Kompliment nahm ich als sehr ehrlich und ernst an. Und danke nochmals! Ich freue mich sehr über Deine Lesetreue, -freude usw. (und schau ja auch sehr gerne bei Dir rein. Also in den Blog.).
        Ich versuche in den (meisten, manchmal blödel ich auch nur so vor mich hin) Beitragen tatsächlich ein gewisses Anspruchsniveau zu halten. Aber wenn man so allein vor sich hinwurstelt, das kennt jeder, der hier schreibt, unterlaufen einem Fehler (vom schlichten Tipp- bis zum Satzstellungsfehler, bis zum Logikfehler, die einem in der Hitze des Schreibrausches und als Eigenkritik gar nicht gleich auffielen), unterlaufen dem dummen Computerdingens Fehler, man darf unsere bei alle dem kostenlosen Blogeinträge natürlich nicht mit dem teuren und zumiindet theoretisch einem Lektor vorgelegten Buch vergleichen!
        Ob das alle so sehen wollen, z.B. das mit dem Niveau? Na, zum Glück auch nicht direkt unser Problem. Es muß ja keiner und Schullektüre sind wir auch nocht nicht!

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