Auf Instagram fragt einer, ob es denn wirklich geschneit hat, wenn man nicht ein Foto postet. Vermutlich nicht, denn alle meine Freunde posten ein Scheefoto. Das mag man albern finden. Das mag man dann mit schlechter Laune unter all die Posts schreiben. Oder man schmunzelt, postet sein eignes Foto und gesteht sich ein, dass sie tatsächlich, nach all den Jahren, noch immer etwas besonderes sind – die ersten Flocken.
Den ersten Schnee des Jahres gibt es nur einmal und jedes Mal ist es etwas ganz besonderes. Wunderschön ist es, wenn man morgens aufwacht und ihn riecht noch bevor man die Augen öffnet und sieht, was man ahnt. Alles weiß. Dann fühlt es sich so an. Anders, aber genauso schön ist es, wenn man spät abends vor die Türe tritt und mitten im Gespräch plötzlich merkt, dass es kein feiner Nieselregen ist, der die Nasenspitze kitzelt, sondern erste feine Schneeflocken. Dann muss man unbedingt stehen bleiben, den Kopf in den Nacken legen und die Augen schließen. Mindestens drei Atemzüge lang sollte man so stehen bleiben und es muss einem unbedingt egal sein, ob einen Menschen von hinten fast umrennen oder für bescheuert halten. Der erste Schnee in einem Jahr ist so schön und so wertvoll, dass einem alles egal sein sollte. Vielleicht nicht die Winterreifen, die man noch aufgezogen hat, aber sonst fast alles.
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