Post Problem

Jedes mal, wenn ich auf den Nachbarsjungen aufpasse, spielen wir Post. Schnell hat der Knirps begriffen, dass ich für Ninjago  zu dämlich bin (googeln Sie es, ich kann Ihnen beim besten Willen nicht sagen, worum es geht) und ihm bei Memory so hoffnungslos unterlegen bin, dass es keinen Spaß macht. Unsere Schnittstelle ist die Spielzeugpost, die heute noch genauso aussieht, wie in meiner Kindheit. Da kenn ich mich aus und da kommen wir uns nicht in die Quere, weil ich gerne Kunde und er gerne Postbeamter ist. Postbeamter will ich nicht mehr sein. Nicht mehr, seit ich im echten Leben Kunde und mit dieser Gattung des Beamten konfrontiert bin. Wenn Sie selbst schon mal ein Paket aufgegeben haben oder – bei weitem schlimmer – eines abholen wollten, dann wissen Sie warum. Es ist mir unverständlich, dass ich mit Vierjahren überzeugt davon war, eine Karriere im Postamt einzuschlagen. Ich war ein schlaues Kind und hätte ahnen müssen, dass man mich dort nicht gewollt hätte und ich nie eingestellt worden wäre. An der Hand meiner Mutter, in der langen Schlange stehend, hätte es mir klar sein müssen. Schon damals, konnte ich nämlich nicht langsam gehen. Springen, hüpfen und rennen – das waren meine Fortbewegungsarten. Heute springe und hüpfe ich weniger und renne nur noch, wenn ich den Bus erwischen oder drei Kilo abnehmen muss. Langsam gehen oder gar schlendern kann ich aber noch immer nicht und das ist Einstellungsbedingung für einen künftigen Postler. Auf der Homepage steht das nicht, aber ich habe mich schlau gemacht. Letzte Woche betrieb ich eine knappe Stunde lang Feldforschungen und habe begriffen – schlendern und nur schlendernd darf sich ein Postbeamter fortbewegen. Weiterlesen

Und doch…

Gestern hatte Robbie Williams Geburtstag. Am 13.2. hat er das immer. Schon so oft, dass es nichts besonderes mehr ist. Für mich. Für ihn ist es das vermutlich noch immer. Auch heute, am 14.02. gratuliere ich nicht nachträglich. Robbie und ich haben uns auseinander gelebt.

Heute hat eine frühere Kollegin Geburtstag. Wir haben keinen Kontakt mehr und nur XING erinnert mich daran. Jedes Jahr, ohne dass ich mich zu einer Handlung verpflichtet fühlen würde, tut es das. Genauso wenig wie das ergoogelte Wissen, dass am 14.02.1349 während der Pest-Pandemie in Europa bei einem Pogrom mehr als 2.000 jüdische Bürger der Stadt Straßburg getötet wurden. Hier aber, frage ich mich kurz, ob wohl noch Nachfahren leben, die sich nach all der Zeit an einen oder mehrere Namen zur puren Zahl gehörend erinnern können. Weiterlesen

Betrogene Frau dank DHL

Die negativen Einflüsse des Online Shoppings auf den stationären Einzelhandel sind hinlänglich bekannt. Über die verheerenden Auswirkungen auf das harmonische Zusammenspiel einer Hausgemeinschaft wird dagegen kaum berichtet. Wer noch nicht erlebt hat, in welches Chaos ein einzelner DHL Bote ein ansonsten ruhiges Haus stoßen kann, der würde sich wundern. Soviel sei vorweg genommen – seit Amazon bis kurz vor Weihnachten noch versandkostenfrei liefert, ist es mit der besinnlichen Adventszeit vorbei . Bis vor kurzem gab es zwei in meinem häuslichen Umfeld zwei unerschütterliche Felsen, dank derer die stürmische Paketbrandung in Schach gehalten wurde. Hugo, den zuverlässigen DHL Boten und ein russisches Ehepaar aus dem zweiten Stock. Seit letzten Montag könnten wir uns auf beide nicht mehr verlassen und es herrscht Anarchie. Weiterlesen