Hör´n Sie mal XVIII

Gerade habe ich die Weihnachtsgeschenke für meine Nichten und Neffen eingepackt. Das sind viele, aber das Schenken ist bei ihnen leicht geworden. Ich habe das große Glück, dass sie alle gerne lesen und das noch größere Glück, dass sie sich gerne von mir das eine oder andere Buch mit den Worten „Das MUSST du lesen“ aufs Auge drücken lassen. Ich weiß nicht, ob sie alle lesen und ich bin mir sicher, dass sie das eine oder andere nicht gut fanden. Aber das ist ok. Mehr als ok, denn ein leidenschaftlicher Leser muss irgendwann lernen sich zu entscheiden. Das Leben ist zu kurz für all die guten Bücher, die es bietet. „Meine“ Kinder können das mittlerweile und schenken auch mir Bücher, die ich sonst nie gelesen hätte. Durch manche quäle ich mich, die meisten genieße ich. Ich quäle mich, weil ich mich manchmal frage woher zum Henker diese Gedanken kommen und sie mich fordern und einladen über den eigenen Tellerrand zu blicken. Auch das ist gut. Und wichtig.

Vor vielen Jahren habe ich Bücher mit einem gemeinsam gelesen. Wie das geht….? So:

Oder so.

5 Gedanken zu “Hör´n Sie mal XVIII

  1. Man kann schon zusammen lesen – und ich schreibe das vor’m anhören -, aber es ist schwierig. Entweder einer liest vor oder man hat das Problem mit den verschiedenen Lesetempi. Man muß dann nach ein paar Absätzen, spätestens einem Kapitelchen (Zitat nach Lenz, so zärtlich war Suleyken) pausieren, muß sich absprechen, womöglich beginnt dann die Diskussion um den Inhalt, der ja nun auch ganz verschieden aufgefasst wurde.
    Wie gesagt, das ist fordernd und ich habe hier durchaus etwas Verständnis, ja, sogar Mitleid mit Betroffenen, etwa Deutschlehrern. Aber nur dabei passieren die wirklich lustigen Dinge.

    Ich weiß gar nicht mehr, ob es ein Beitrag zum Deutsch- oder aber zum Englischunterricht war, einer in unserer Klasse berichtete von seinem Lieblingsautor, Herrn Känän Duuli. Es dauerte ein wenig, bis der Lehrer Sir Conan Doyle entlarvt hatte. Der Spott folgte natürlich auf dem Fuße, obwohl wahrscheinlich keiner von uns eine korrekte Aussprache zustandegebracht hätte!

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    1. Vielleicht sollte man sich ab und zu Herausforderung gemeinsamen Lebens stellen. Ich glaube auch, dass die Gespräche recht interessant und im besten Fall auch amüsant wären.
      Vielleicht auch die Diskussionen am nächsten Morgen, wer noch weiter gelesen hat, wenn der andere schon eingeschlafen war.
      Bei der Aussprache muss ich gerade auch schmunzeln, wobei ich selbst ganz vorne mit dabei bin. Autoren… Besonders gerne französische… So grausam auszusprechen, dass ich noch heute meine Mutter anrufe, die französisch spricht.

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      1. „Macbeth ist ein Idiot!“ „WIeso? Nur weil er nicht gleich durchschaut, wer sich verstellt? WEr tut das schon! Außerdem sagt man nicht Macbeth!“ (Krachen im oberen Stockwerk) „Wieso soll ich nicht Macbeth sagen?“ „Weil dann ein Unglück geschieht!“ (Das Geräusch wiederholt sich. Gefolgt von einem Plätschern) „Du bist abergläubisch!“ „Wieso? Nur weil ich weiß, dass man nicht Macbeth sagen darf?“ (Das Pätschern verstärkt sich, kommt die Treppe herab) „Ja! Lesen wir jetzt gemeinsam Shadespeare, Macbeth?“ (Wasser fließt unter der Schlafzimmertüre herein) „Wie? Ich dachte, wir lesen den Sommernachtstraum?“ „Oh nein! Wir sagten,“ (er will aufstehen, stellt einen Fuß auf den Boden) „wieso ist hier alles voller Wasser?“ „Was? Wieso Wasser?“
        (Vom Dach schreckliches Kichern, Stimmgewirr, undeutlich: „Wann kommen wir drei wieder zusamm‘?“

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