Autunno II

Überschwemmungen, aktuelle Covid-Bestimmungen, der katastrophale öffentliche Nahverkehr, Zugangsvoraussetzungen für das Staatsgesetz 104 in Italien (falls es Sie interessiert….es sieht die Möglichkeit vor, Begünstigungen am Arbeitsplatz in Anspruch zu nehmen. Geltend für Menschen mit einer schweren Behinderung und deren Familienangehörigen) und die Frage ob Kaiserschmarrn ein österreichisches oder bayerisches (bayerisch behauptet die Münchnerin obwohl sie weiß, dass es nicht stimmt) Gericht ist. Ganz normale Themen bei einem Abendessen mit Freunden. Gewöhnungsbedürftig vielleicht nur, dass fünf Erwachsene gleichzeitig reden und sofort das Thema wechseln, wenn ihnen etwas durch den Kopf schiesst, von dem sie glauben, es könnte den Rest interessieren. Obwohl…letzteres ist eher zweitrangig. Absolute Priorität haben dagegen die Smartphone auf dem Tisch. Schließlich muss alles unternommen werden, nicht anwesende Freunde in das Gespräch einzubinden. Zwei parallele Facetimeanrufe mit jeweils zwei bis drei weitern Familien – natürlich auf Lautsprecher – verbinden diverse Orte in Italien und lassen mich für einen kurzen Moment am Verstand meiner Freunde zweifeln. Allerdings nur solange, bis mir auffällt, dass ich mich längst wieder genauso verhalte und das ganze eigentlich doch ganz normal ist.

Erst als ich in das Gesicht meiner Freundin blicke, die gerade erst italienisch lernt, merke ich wieder, was für ein Stimmengewirr in der kleinen Wohnung herrscht. Ich fülle ihr Weinglas nach und übersetzte ein bisschen. Sie winkt ab und lächelt…Wein, gutes Essen und bei jedem Besuch ein bisschen mehr verstehen. Das passt schon. Die ersten fünf Jahre sind eben manchmal ein wenig anstrengend. Nach einer Stunde korrigiere ich ihren Gedanken. Die ersten zwanzig Jahre. Aber schön ist es trotzdem.

20 Gedanken zu “Autunno II

  1. Was Kaiserschmarrn soll nicht österreichisch sein??!! 😄🙃Wo es eh schon das räuberische filete milanese gibt!! Ich setz mich auch dazu. Zwar kann ich kein italienisch, aber spanisch verstehen Italiener, ja. Wenn sie wollen 🐳

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    1. Also die Logik sagt, dass Österreich schon mal nicht in Frage kommen kann. Denn das ist ja bekanntlich eine Republik, und in einer solchen irgendwas mit „Kaiser“ zu vermuten wäre ja in etwa so, als würde man erwarten, in einer Marille einen Kirschkern vorzufinden. Ursuperlogisch, gö? 😀
      Dagegen gibt es eine Theorie, die besagt, dass München früher eine Kaiserstadt war und zum Kaiserreich China (genannt „Kina“) gehörte. Von der Ming-Dynastie stammt auch der Ortsname „Minga.“ Da jauchzt und frohlockt die Logik. 😀
      Vielleicht ist das aber auch nur ein Schmarrn. Deshalb mein kluger Rat: gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist, den Schmarrn esst’s selber auf und die Sache ist (buchstäblich!) gegessen. 😉

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      1. Dieser übetwältigenden Logik kann ich mich tatsächlich nur beugen 😄🙃🙃 bleibt allerdings das empörende filete milanese, das doch eindeutig ein Wiener Schnitzel ist. Aber ich esse gerade einen wunderbaren Oktopus und bin friedlich gesimmt😇🐳

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  2. Nix mit „Mal in Ruhe zusammen ein Bierchen trinken.“ 😉 Wie ich dich verstehe. Anstrengend schön. So lange nicht ein Alleinunterhalter die Regie übernimmt, aber das scheint ja in deiner Runde zum Glück nicht der Fall zu sein.

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  3. Der Kaiserschmarren stammt klarerweise von unserem Kaiser Franz Joseph ab. Ob er in der Lage war, ihn zu kochen beziehungsweise ihn zuzubereiten, wage ich zu bezweifeln. Das kann auch ich nicht. Aber essen… ja, das kann ich… wie der alte Kaiser… 😉

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