Seepferdchen – immerhin!

Knietief steh ich in Bücherstapeln. Niesend stehe ich da, weil Bücher dazu neigen, Staub anzuziehen und wenn man so viele Bücher besitzt wie ich, dann hat man besser keine Hausstauballergie. Alternativ könnte man sie natürlich auch regelmäßiger abstauben. Offensichtlich mache ich das nicht, denn bei jedem Buch, das ich in die Hand nehme und durch dessen Seiten ich blättere, erhebt sich sanft eine kleine Staubwolke. Ich bin auf der Suche nach wichtigen Dingen, die sich in meinen Büchern verstecken. In einem jeden ist als Lesezeichen eine Karte, ein Schnipsel, eine Erinnerung oder irgendetwas, das auf meinem Schreibtisch lag, als ich das Buch zu lesen begann. Meine Bücher sind das wohl beste (und einzige) Archiv meines Alltags, das ich je angelegt habe. Allerdings auch das chaotischste. Da meine Bücher im Regal nach Themen und Autoren sortiert sind, vielleicht auch nach Epochen, aber ganz sicher nicht nach dem Zeitpunkt, zu dem ich sie gelesen habe, ist es schlicht unmöglich, irgendetwas, was womöglich darin steckt, gezielt zu suchen.

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Sie wurden aus der Gruppe entfernt

Zwischen den Jahren…eine selten dämliche Redewendung. Aber auch eine, die ich zwar jährlich hinterfrage und doch jedes Jahr aufs Neue nutze. Meist in Fragen oder Feststellungen, die ähnlich dämlich wie die Redewendung an sich sind. Heute Morgen zum Beispiel, als ich mich bei einer Kollegin erkundigte, ob auch sie zwischen den Jahren arbeiten würde. Eine wirklich blöde Frage, da wir uns zu diesem Zeitpunkt beide in der Hocke vor dem Bürokühlschrank befanden und dort nach irgendetwas suchen, das weder nach Zimt noch nach Vanille schmeckte. Als sie mir bestätigte – ähnlich dämlich – dass sie heute arbeiten würde, teilten wir uns die letzten beiden Essiggurken aus einem Glas, dessen Besitzer bereits im Spätherbst gekündigt hatte. Wer in meiner Firma zwischen den Jahren freiwillig arbeitet hat entweder a) vergessen den Urlaubsantrag vor dem Urlaub des Vorgesetzten zu stellen (ich) oder nutzt b) die Anwesenheit im Büro als Erholung vom familiären Wahnsinn der Feiertage (meine Kollegin). Wir naschen schweigend und genießen die ungewohnte Ruhe, bis sie mit dem Rest der Essiggurke auf mich deutet. Gewissensfrage, setzt sie an: Kann man Hamster Bodyshamen?

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