Herbstliegen

Ich habe Fieber, teile ich meiner Mama mit. Sie rät mir, was ich weiß und ich lege auf. Sagen musste ich es ihr trotzdem. Fieber ist Mama-Sache, egal wie alt man ist. Mein Fieber ist ungewöhnlich hoch und später werde ich wissen, dass ich mir dieses Jahr nicht nur eine Erkältung sondern eine leichte Grippe eingefangen habe. Grippen haben gegenüber banalen Erkältungen den Vorteil, dass man von Beginn an ziemlich genau weiß, was einen erwartet. Da schleicht sich nichts langsam an, da bekommt man sofort alles. Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen in gleichbleibend ekelhaften Dosen. Sie kennen das, ich muss es Ihnen nicht beschreiben. Man schleppt sich heim, macht sich einen Tee und dann liegt man. Pures Liegen. Kein Fernsehen, denn Sehen ist erstaunlicher Weise urplötzlich unglaublich anstrengend. Auch kein Lesen, denn an Denken ist nun gar nicht zu denken. Also erst einmal nur liegen und nichts weiter tun. Katzen können das auch ohne Fieber. Vermutlich aber auch ohne, dass ihnen jeder Knochen weht tut. Man darf ruhig etwas wehleidig sein. Es ist ja ungewöhnlich, dass pures Liegen anstrengt.

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Bitte…(sprechen Sie das Wort in der gewünschten Emotion aus)

Robbie Williams und ich pflegten über lange Jahre ein sehr innige, fast schon intime Beziehung. Zugegeben, sie war etwas einseitig. Aber meine Leidenschaft reichte locker für uns beide. Zum Leidwesen meines damaligen Freundes, der an meinem Verstand zu zweifeln begann, als ich mich in den Tiefen des Internets auf die Suche nach einem 1,85 m großen Pappaufsteller dieses Mannes begab. (Das dieser nicht für unser Schlafzimmer bestimmt war und letztendlich der Grund ist, dass ich heute hier schreibe können Sie  hier nachlesen.) An den Rand der Verzweiflung getrieben habe ich ihn aber erst, als meine bisher geheim gehaltene Leidenschaft in über 250 Kinos weltweit öffentlich gemacht wurde. Weiterlesen

Eine Hütte im Wald

Wenn ich die Herbstsonne vor meinem Fenster auch um neun Uhr noch aussperre und ein Tag auf dem Sofa eine wenig verlockende Vorstellung ist, dann bin ich krank. Dann mag ich keine Bücher, keinen Radio und keine Ablenkung. Dann will ich nur schlafen. Kann ich es nicht, rolle ich mich wie ein kleines trotziges Kind ein und warte schmollend bis es besser wird. Am besten lässt man mich dann in Ruhe. Krank und nicht zu gleich ungeduldig und missmutig sein, kann ich nur an einem Ort. Einer kleinen Hütte in den Bergen. Weiterlesen