Jetzt weiß es auch Paul

Ob ich noch ganz richtig ticken würde, wollte Paul gestern Abend am Aufzug von mir wissen. Selbst für meinen Nachbarn Paul, für den ein Schnalzen mit der Zunge als adäquate Begrüßung galt, war dieser Gesprächsauftakt ein wenig unfreundlich. Ich schob es auf ein zuviel an Sonneneinstrahlung und zuckte nur mit den Schultern.  Für mein Empfinden tickte ich durchaus richtig und noch dazu in einem überaus fröhlichem Rhythmus. Ohne auf den möglichen Sonnenstich meines Nachbarn Rücksicht zu nehmen, drückte ich ihm einen zwanzig Liter Sack Erde in die Arme und bat ihn diesen zu halten, um meine Post aus dem Kasten zu fischen. Mit einem gemurmelten „ihr spinnt doch“, erhielt ich meine Erde zurück und sah den vermeintlich Kranken ohne eine weitere Erklärung recht flott die Treppen nach oben sprinten. Wenn es nicht die Sonne war, dann war es sicher ein weibliches Wesen, das Paul die Laune verdorben hatte. Nachdem ich es nicht sein konnte, da ich die letzten Tage in Italien verbracht hatte, war es mir egal.
Als ich am Saftstand vor meiner Wohnung vorbei kam und brav 50 Cent für einen lauwarmen Becher abgestandenen Apfelsaft bezahlte, dämmerte mir, warum Paul an meinem Verstand zweifelte. Er sieht von seinem Fenster aus meinen Laubengang,  wohnt aber im Hinterhaus und bekommt die wirklichen wichtigen Dinge erst als einer der Letzten mit.   Weiterlesen

Es ist viral…

Steckt Ihnen der Winter noch in den Knochen? Zwickt es bei den Frühlingsspaziergängen im Kreuz, wenn Sie sich bücken um die ersten Schlüsselblumen pflücken? Und läuft Ihnen ständig die Nase oder kratzt der Hals? Denken Sie sich nichts dabei, Sie waren wahrscheinlich nur ein bisschen unvorsichtig und haben die Wärme der ersten Sonnenstrahlen überschätzt. So mild, dass Sie schon draußen auf kalten Bänken sitzen können, ist es nämlich noch nicht. Ihr Rücken dankt es Ihnen, wenn Sie sich noch bis Mitte April ein Kissen ins Kreuz legen. Oder zieht es im Steiß? Das wäre nicht gut. Das kann schnell etwas ernstes sein. Ein Ziehen im Steiß kann sehr vieles sein – meistens nichts gutes. Ich tippe auf die Nieren, die Ihnen das Sitzen und Lehnen auf kühlen Bänken übel nehmen.  Vielleicht aber ist es auch etwas virales. Seit die Sanierung des Ruffinihauses unmittelbar bevor steht, werde ich Expertin für Zwicken, Zwacken und Ziehen diversester Körperteile. Weiterlesen