Oben zu Besuch

Immer wenn ich von der Hütte zurück kehre, hänge ich mindestens einen Tag lang fest. Wenn ich in der Früh den Berg hinab gestiegen, in den Zug nach München gestiegen bin und mittags auf meinem Balkon in München sitze, dann denke ich daran, wie still es jetzt auf der kleinen Lichtung im Wald ist. Ich weiß genau wo die Sonne steht und stelle mir den Holztisch und die Bänke vor, in deren Mitte jetzt kein hellblauer Sonnenschirm mehr steht. Ich ahne, dass die kleinen Siebenschläfer nur auf die Dämmerung warten, um noch lauter und ungestüme durch die Zwischenwände des kleinen Häuschens zu poltern, als in den letzten Tagen. Auf unserer Hütte bin ich Gast. Obwohl wir sie gebaut haben, ist sie es, die mich willkommen heißt und mir erlaubt eine Weile bei ihr zu sein. Wenn ich die Türe nach ein paar Tagen schließe, wird es dort oben still und das Leben der Hütte und ihren Bewohnern geht ohne mich weiter. Ich bin nur ein Gast und das ist gut so.

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Anstich – da müssen Sie durch.

Als Münchnerin mit einem in München ansässigen Blog, müssen Sie da jetzt durch. Durch den Wies´n Artikel. Etwas unfair weil Sie vielleicht schon dachten, dass ich Ihnen diesen erspare. Der Anstich ist schließlich schon vorbei. Aber es hilft nichts…Wies´n is!

Dieses  Jahr nicht. Nicht am ersten Tag. Es regnet. Es ist kalt. Und überhaupt muss ich nicht am ersten Tag um zwölf in einem Zelt stehen. Ich mag kein Bier und brauche um zwölf Uhr mittags keinen Alkohol. Dieses Jahr nicht. Außerdem darf man keine Taschen mitnehmen. Heute darf man nicht, früher hat man es nicht gemacht, weil sie einen ja doch störten. Angeblich braucht man nichts außer Geld, Monatskarte und den Hausschlüssel. So ein Blödsinn. Ich brauche eine Tasche, in die Pflaster, Taschentücher, Haarspangen, Labello und flache Schuhe für den Heimweg passen. Außerdem ein Schirm weil es regnet und die Strickjacke meiner Großmutter, die perfekt zum Dirndl passt und die ich sicher nicht in den Dreck unter den Tischen legen werde. Kleine Tasche…ich bin raus.

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Jetzt schon ?!?

Es riecht nach Herbst. Wenn die Schule nach den großen Ferien Mitte September wieder beginnt, dann riecht es morgens nach dem Herbst. Eigentlich schon früher. Schon Mitte September kann man den Geruch am frühen Morgen bemerken. Das Gras ist feuchter, die Dämmerung hält sich länger und das saftige Grün der Wiesen und Bäume trägt bereits einen feinen braunen Schleier. Das ist in Ordnung. Der Sommer war heiß und auch wenn die Tage noch lang und warm erscheinen, spürt man bereits den Wechsel der Jahreszeit. Während der großen Ferien kann man das verdrängen. Sommerferien bedeuten Sommer, da mag es morgens riechen wie es will. Pünktlich zum ersten Schultag aber, muss man es sich eingestehen: Der Herbst steht vor der Türe. Neben seinem feinen Duft, gibt es für mich ein zweites untrügliches Zeichen. Eines, dass man viel weniger als einen Geruch ignorieren kann – die Sonne schafft es nicht mehr in meinen Laubengang. Man möchte meinen, dass etwas so großes wie die Sonne sich langsam und gleichmäßig zurück zieht und vielleicht tut sie genau das auch. In meinem Laubengang aber ist es jedes Jahr genau ein Tag, an dem ich vor dem Sonnenschirm stehe und leise „ach menno…“ vor mich hinmurmle. Von einem Tag auf den anderen schafft sie, die riesengroße Sonne, es nicht mehr über die Bäume und die in den letzten Monaten so wichtigen Schirme könnten in den Keller. Selbstverständlich werde ich sie nicht vor Mitte November nach unten bringen, aber aufgespannt werden sie auch nicht mehr. Ein paar Wochen noch werden sie an den Sommer erinnern, dem ich nachtrauere, bis ich mich glücklich auf dem Sofa einrolle und bemerke, wie sehr ich den Herbst und seine Stürme liebe. Noch aber…ach menno, der Herbst. Jetzt schon?!?

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Sommer 2023

Sommer 23 = Den Keller mit 35 Gläsern selbstgemachte Marmelade zu bestücken.

Sommer 23 = Sich einreden, dass es sich bei 37 Grad und 89 % Luftfeuchtigkeit am Meer ganz wunderbar aushalten lässt.

Sommer 23 = Erkennen, dass es sich in München wirklich wunderbar aushalten lässt. Meer wird gegen Schatten getauscht.

Sommer 23 = Berge und See. See und Berge. Immer wieder.

Sommer 23 = bald vorbei. Aber solang die Erdbeeren ein zweites Mal reifen, bleiben noch ein paar Sonnenstunden.

Einen schönen Spätsommer und bis bald.

Mitzi

Sommerferien

„Faul sein ist wunderschön! Und dann muss man ja auch noch Zeit haben, einfach dazusitzen und vor sich hin zu schauen.“ Sagt Pippi Langstrumpf und könnte gar nicht richtiger liegen. Pippi sagt auch: „Ja, die Zeit vergeht und man fängt an, alt zu werden. Im Herbst werde ich zehn Jahre alt und dann hat man wohl seine besten Tage hinter sich.“
Hier kann ich sie beruhigen. Die besten Tage verteilen sich auf viele Jahrzehnte mehr. Sanft in die Altersweisheit gleitend (gerne können Sie die Weisheit auch streichen, denn mein Umfeld meint, ich würde konsequent darauf achten ohne diese zu altern) stelle ich aber auch fest, dass man das dasitzen und vor sich hin schauen in manchen Lebensphasen verteidigen und sich hart erkämpfen muss. In der meinen zum Beispiel, schleichen sich Gewohnheiten ein, die mir gar nicht gefallen. Angefangen von „das mache ich bei Gelegenheit“ über „müssten wir wirklich mal machen“ bis hin zu „hätten wir eigentlich machen sollen“. Beim Fensterputz ist das nicht wild. Der wartet geduldig. Bei anderen Dingen (den jungen Hund von Freunden besuchen, bevor er kein junger Hund mehr ist) ist das gar nicht gut. Der Hund ist ein blödes Beispiel und Ihnen fallen bestimmt einige andere Dinge ein, die man machen will, machen möchte und dann doch irgendwie verpasst oder noch immer nicht in Angriff genommen hat.

Meine ganz persönliche Liste wird im Moment etwas zu lang. Zu viele Freunde, die ich längst wieder anrufen und sehen wollte. Zu viele Dinge in meiner Wohnung die ich machen möchte (und ich kann Ihnen versichern, dass es sich hierbei nicht um Putzen handelt) und einiges worauf ich unheimlich viel Lust aber oft zu wenig Zeit habe. Und auch wenn ich nicht wie Pippi Sorge habe, dass meine besten Tage vorbei sind, möchte ich diesen Sommer für alles nutzen, was hinten über gefallen ist. Zeit dafür habe ich. Richtig viel sogar…..sofern ich den Rechner, Handy und Tablett zur Seite lege. Nicht ein bisschen, sondern konsequent. Bis Ende September werde ich mein Handy nur noch zum Telefonieren, zum Schreiben von Nachrichten und Musikhören nutzen. Ich werde Sommerferien machen und mich in den nächsten Wochen an meinem zehnjährigen Ich orientieren. Lesen, über Wiesen laufen, Baden, Radfahren, Radio hören und mit der Hand schreiben. Ideen sammeln, das Notizbuch füllen und mich endlich auf die Suche nach dem verschwundenen Herrn Mu machen. Er lebt, keine Sorge, Herr Meier hat ihn gesehen, aber er sitzt nicht mehr an der Bushaltestelle. Mit offenen Augen durch den Sommer taumeln und versuchen nichts halbherzig oder zwischen Tür und Angel zu machen. Ich glaube es ist nötig.

Sommerferien hatte ich nicht mehr seit ich 16 bin. Sie wahrscheinlich auch nicht, es ist also normal, sich nach ihnen zu sehnen. Und falls mein Chef und meine Kollegen wider erwarten hier landen…..natürlich arbeite ich die nächsten Monate und ja, ich werde in der Arbeit auch den Computer nutzen. Aber sonst…sonst bin ich jetzt erst einmal weg.

Ich freue mich auf Sie und Euch im Herbst. Und wenn es so läuft, wie ich mir das vorstelle, dann werde ich mich auf den Herbst und das schlechte Wetter freuen, um bei Ihnen zu lesen was es alles neues gibt. Und zu erzählen habe ich dann hoffentlich auch etwas.

Einen schönen Sommer und liebe Grüße

Mitzi

Mitzi und der Bär – von Petras.Text.Zeit

Was machen eigentlich gerade die Bären, die vor kurzem im Alpenvorland gesehen wurden? Erinnern Sie sich noch an die Zeitungsberichte? Nicht Bruno. Nein, der arme Problembär (der in meinen Augen kein Problembär war, aber ein ernstes, menschliches Problem hatte) hat bereits ein trauriges Ende gefunden. Ich spreche von 2023. Hier kam ich vor einiger Zeit mit Petra auf den Bären zu sprechen und was man so macht, wenn man einem Bären begegnet, wenn man auf der Bank vor seiner kleinen Hütte sitzt. Man erzählt ihm etwas und hält ihn von Dummheiten ab. Das, so fanden wir, wäre eine gute Ablenkung, falls er hungrig sei.

Da ich zwar gerne erzähle, aber finde, dass Petra das übernehmen sollte (da neben dem Bären auch ich zuhören wollte) schlug ich vor, dass doch sie ein Märchen für den Bären schreibt. Und hier ist es:

https://petrastextzeit.wordpress.com/2023/05/22/918-mitzi-und-der-bar/

Mitzi und der Bär.

Sie sollten das unbedingt lesen. Nicht weil es um Mitzi geht. Eine Mitzi die nicht ich bin, die ich aber sehr gut sein könnte. Sondern weil es ein wunderbares Märchen ist. Alleine schon die Protagonisten:

(Teilnehmer außer den Stubenfliegen: Mitzi, Homo sapiens, Petz, Ursus arctos magicis (denn er kann sich ja offensichtlich unter bestimmten Bedingungen verwandeln. Was für Schamanen, Vorzeitmenschen u.a. eine Selbstverständlichkeit darstellt), Eichhörnchen, (Sciurus vulgaris (diabolico)), vermutlich Haus- und Winkelspinne, Tegenaria domestica, Mäuse (Mus, ca. 40 Arten), Wirbeltierklasse Vögel, Aves, Biber, Castor fiber (faber))

Und einer kommt mit einer Flasche Wein vorbei. Wobei der Honig hier eine deutlich größere Rolle spielt.

Wenn Sie also wissen wollen was aus dem Bären wurde…springen Sie rüber.

Wenn Sie dann schon auf dem Blog sind, dann nehmen Sie sich doch bitte gleich noch ein bisschen Zeit und schauen sich um. Eine Fundgrube. Und was für eine!

Eine Schande

Ich weiß genau, was sie denkt. Ich weiß es, ohne hellseherische Fähigkeiten zu haben und weiß es sogar, ohne mich umzudrehen, um ihr ins Gesicht zu schauen. Ein Gesicht, das sehr wahrscheinlich auch gar nicht mehr in meinem Blickfeld ist, weil sie längst sich zurückgezogen hat, um nicht mit mir in Verbindung gebracht zu werden. Mittlerweile versteht sie genug italienisch, um zu begreifen, dass ich mich gerade so derart zum Affen mache, dass es besser ist, sich das Drama nicht live mitanzusehen. Es bleibt ihr also erspart mitanzusehen, wie ich leise fluchend, barfuß auf Zehnspitzen über eine mit piksenden Kletten übersäte Wiese tapse, die Arme aus Gründen des Gleichgewichts seitlich weit von mir strecke und in den Händen zwei leere Colaflaschen halte. Mir wiederum bleibt nicht erspart, zu erkennen, dass ich noch immer im Nachthemd bin und das fröhliche Winken vom Balkon am anderen Ende des Gartens mir gilt. Ich winke zurück und lege die letzten Meter mit dem Gefühl zurück, dass sich so in etwa Cersei aus Game of Thrones bei ihrem Bußgang gefühlt haben muss. Es hätte mich nicht gewundert, wenn weitere Nachbarn auf den Balkonen erschienen wären, mit massiven Glocken monoton geläutet und dabei bei jedem meiner Schritte „Schande“ gerufen hätten.

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Im Regen

Fast hätte ich sie nicht erkannt, die abgespannt aussehende Frau, die sich im übervollen Bus zwischen Kinderwagen und Rucksäcken an eines der Fenster presst. Länger als höflich sehe ich sie an, weil sie mir bekannt vorkommt. Ihr Gesicht gleicht dem meinem, das sich müde in der regennassen Scheibe spiegelt. Erst als sie meinen Blick erwidert, erkenne ich ihn ihren Zügen, das 13-jährige Mädchen, das ich einmal gut kannte. Trotzdem hätte ich sie fast nicht angesprochen. Zwischen dem Mädchen, das zu erkenne ich glaube und der Frau am Fenster, liegt ein ganzes Leben. Eher zwei Leben, denn auch ich habe mich verändert und sie braucht einen Moment bis sie mich einordnen kann. Dann lächelt sie und kämpf sich durch die Menschen im schmalen Gang zwischen den Türen.

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Ai, ai, ai….

Etwa alle drei Jahre stelle ich mich auf die Zehenspitzen und hole meine ältesten Italienisch-Lehrbücher aus dem Regal. Über die Jahre haben sich einige angesammelt. Verben und Zeiten, Grammatik Trainer, L’Italiano per gli affari (Geschäftsitalienisch), Verbentabellen, Grammatica di livello avanzato (Grammatik für Fortgeschritte und viele Übungsbücher, die ich ab und an nutze. Am liebsten ist mir aber Linea diretta – vier Bücher mit denen ich glaubte mir die Sprache selbst beibringen zu können. Ein halbes Jahr vor meinem Umzug kaufte ich sie und bis heute sind sie mir die liebsten. Die Grammatik ist gut, anschaulich und vor allem vollständig erklärt und die Übungen so umfangreich, dass ich die Lösungen auch nach all den Jahren noch nicht auswenig kann. Bis heute kann ich mich genau erinnern, wo ich welche Lektionen gelernt habe.

Kapitel 1 – 3 in München, kurz nachdem der mutigste meiner Freunde – und mein Freund – München für immer Richtung Italien verlassen hat. Sein und haben, schöne einfache Verben, die man herrlich auf dem Weg in die Uni vor sich her murmeln konnte. Ho – hai – ha – abbiamo – avete – hanno…wenn man das mit einem Lied im Kopf vor sich her spricht, klingt es wirklich sehr schön. Wenn Ihnen langweilig ist, probieren Sie es ruhig mal aus. Ordnungszahlen, Artikel bestimmt und unbestimmt. All das verbinde ich mit den ersten Versuchen mich an die Sprache zu gewöhnen und überspringe diese Kapitel, wenn ich mich ans wiederholen der Grammatik mache. Aber ehrlicherweise muss ich zugeben, dass ich manchmal noch esco – esci – esce vor mich hin plappere. Einfach so.

Kapitel 4 – 6 habe ich überwiegend auf Elba gelernt. Auch wenn meine Verschmelzung der Präpositionen recht eigenwillig war, begann man mich zu verstehen. Und wann immer mir das Verb occorrere begegnet denke ich dabei bis heute an ein Lied von Adriano Celentano. Ich hörte es als ich vor mich hin konjungierte. Der Unterschied von questo und quello und quale (dieser, jener) habe ich mir in einer Bar von einem Kindermädchen beibringen lassen. Wahrscheinlich habe ich es deshalb auch so lange immer verwechselt – auch sie war Deutsche und auf Elba kamen wir sogar mit unserem eigenwilligem Italienisch durch. Wiederhole ich diese Kapitel, dann riecht es nach Elba, Hochsommer und Cola.

Den Inhalt der Kapitel 7 – 13 musste ich nicht alleine lernen. Alles war dort steht, wurde mir in meinem ersten richtigen Sprachkurs in Mailand beigebracht. Bruno, der arme Kursleiter musste mir zuerst die deutsche Grammmatik beibringen. Dort – so würde ich heute behaupten – habe ich überhaupt erst begonnen in der Sprache zu sprechen und mehr als zwei Zeiten zu nutzen. Objektpronomen und reflixive Verben schmecken nach Brioche und Kaffee und das Gerundium klingt nach dem Rattern der Mailänder Trambahn. Vielleicht auch nach dem Trippeln der Ratten auf der Straße beim nächtlichen Heimkommen. Ich wohnte in einem sehr….eigenwilligem Viertel. Kapitel 14 – 15 und der zweite Band erinnern mich an meine Jahre in Verona. Außer den Mailänder Monaten habe ich keinen weiteren Sprachkurs besucht und die Buchhalterin meiner damaligen Firma kümmerte sich um meine Grammatik (und mein Vokabular, das etwas arg umgangssprachlich wurde). Raffa war großartig und alle paar Jahre fällt mir ein Zettel mit ihrer Handschrift in die Hände. Daneben meine Anmerkungen. Konjunktiv imperfekt = Begingung – condizionale presente = Folge. Se vincessi alla lotteria, per prima cosa comprerei una macchina. Der Beispielsatz steht da nicht, aber ich werde ihn vermutlich für den Rest meines Lebens nicht aus dem Kopf bekommen. Leider kann ich Bedingungssätze bis heute nicht in jedem Fall richtig sagen. Immer kommt mir die blöde Lotterie in den Kopf und während ich über die nachdenke, ist das Gespräch schon zu weit fortgeschritten. Conjunktivo und Condizionale werden daher gemäß Bauchgefühl verwendet. Eine wunderschöne Zeitreise ist das jedes Mal, wenn ich mich daran mache etwas Grammatik zu wiederholen. Und jedesmal stolpere ich über einen kleinen Text der in dem Übungsbuch abgedruckt ist. Mit jedem Jahr ist er seltsamer zu lesen. Hier:

Vielleicht ist Eitelkeit ein Makel, aber was ist falsch daran, sich um sein Äußeres zu kümmern und zu versuchen, die Farben dessen, was man trägt, geschmackvoll zu kombinieren? Nicht alle von uns sind von Natur aus schön, manche sind geradezu hässlich. Warum also nicht versuchen, die Fehler von Mutter Natur zu korrigieren oder zumindest nicht zur Schau zu stellen? Warum sollte eine etwas kräftigere Frau Weiß tragen, wenn Schwarz sie dünner aussehen lässt? Warum sollte man die Makel zeigen, die sich so leicht verbergen lassen? Niemand will hässlich sein.*“

Manche Menschen sind geradezu hässlich….herrlich. Und befremdlich. Eigentlich nur befremdlich. Fehler der Mutter Natur, die man doch bitte nicht zur Schau stellen solle und bitte unbedingt mit angemessener Kleidung zu verbergen hat. Ai, ai, ai… zum Glück war ich damals rank und schlank. Sonst hätte mich mein Italienisch Kurs in eine Essstörung katapultiert. Das Foto der „kräftigen“ Frau zeigt nämlich max. eine Größe 38. Aber der Grammatikteil ist nach wie vor großartig.

*im Original
Forse la vanita è un difetto, ma che c`e di male a curare il proprio aspetto, a cercare die combinare con gusto i colori di quello che si porta? Non tutti siamo belli per natura, anzi, alcuni sono decisamente brutti. Allora perchè non cercare di correggere o comunque di non ostenare gli errori di Madre Natura? Per quale motivo una donna un po´ robusta deve vestire di bianco, quando il nero la fa sembrare piu magra? Per quale ragione si devono mostrare quei difetti che è invece cosi facile nascondere? Nessuno vuole essere b
rutto.

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Randnotiz

An manchen Tagen wünschte ich, dass ich mir alles was ich schreibe nur ausdenke und dass all das nichts mit meinem realen Leben zu tun hätte.

Dann hätte ich den Text von letzter Woche längst veröffentlicht. Ein alter Freund, der mir sehr am Herzen liegt, erkennt sich darin vielleicht wieder und ich hätte mich längst melden müssen. Ich sollte ihn also unbedingt anrufen, da ich ja offensichtlich an ihn dachte. Und das bevor ich den Text veröffentliche.

Den anderen kann ich nicht veröffentlichen, weil Paul – der Nachbar Paul – den Blog mittlerweile kennt und über den letzten Artikel schon nur bedingt schmunzeln konnte. Keine Balzgeschichten mehr von Paul. Außer ich gebe ihm einen anderen Namen, was nun wirklich nicht mehr geht.

Und einen anderen Artikel habe ich gerade gelöscht. Eine wunderschöne Geschichte, aber nicht meine. Eine die abgeändert nicht schön klingt und die schön klingend, nicht mir gehört.

Ich werde heute also alte Freunde anrufen, Paul mit Eis bestechen und mich auf Geschichtensuche in den Biergarten setzen. Eigenen Geschichten. Eigentlich könnte ich dann auch auf unsere Hütte fahren. Haben Sie von den Bären in den bayerischen Bergen gehört? Unsere Hütte ist direkt da. Würden Bär und ich uns treffen, dann hätte ich etwas zu erzählen. Oder ich versuche meine Blumenkästen außen am Balkon zu befestigen und mir passiert dabei ein Unglück. Dann müsste ich besagten Freund sofort und unmittelbar anrufen und könnte dann auch direkt den Text online stellen. Da geht es um versehentliche Morde und so ein Blumenkasten….

Vielleicht beginne ich mit dem Eis für Paul. Das ist ungefährlicher.