Il ballo del qua qua o lasciatemi dormire!

„No! Basta! Mi sono addormentata due ore fa e me ne frega niente chi ha fatto il ballo del qua, qua. Sono tedesca e per farmi vergognare per il TV ho gia Thomas Gottschalk con Wetten dass.“

Schluss! Aus! Es reicht. Halb zwei in der Nacht unter der Woche und meine Handy piepst nahezu ununterbrochen, weil ich vergaß eine WhatsApp Gruppe italienischer Verrückter lautlos zu stellen. Vampire…ihr seid Vampire, schreibe ich ihnen und schiebe ein „Pipistrelli“ hinterher, weil mir in dieser späten Stunde nur noch das Wort für Fledermäuse einfällt, was in etwa gleichbedeutend ist. In beiden Fällen handelt es sich um Geschöpfe der Nacht. Während ich mir die Zähne putze piepst es munter weiter und ich bereue zutiefst Mitglied der „Sanremo 2024“ Gruppe zu sein. Ich schimpfe mit dem Mund voll Zahnpaste und tippe gleichzeitig „John Travolta“ und „Ballo del qua qua“ in das Suchfeld bei Google ein. Ach du mein Gott! Die nächste halbe Stunde verbringe ich auf der Bettkante sitzend mit wilden Diskussionen ob und wenn ja, wie peinlich, dieser Auftritt gewesen ist. Um es für Sie abzukürzen: Thomas Gottschalk hat seinen Gästen viele Peinlichkeiten aufgebürdet. Amadeus hat mit dem Ententanz aber mächtig aufgeholt. Ich meine….John Travolta! John Travolta und der Ententanz?! Unangenehm und ich hätte es fast verpasst. Verpasst wegen einer Lapalie wie Schlaf.

Sie haben keine Ahnung wovon ich spreche, oder? Also….

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Isar?

Isar? schreibt einer, den ich fast schon mein ganzes Leben lang kenne. Unbedingt, antworte ich und schalte die Kaffeemaschiene aus. Wenn man aus einem einzelnen Wort mit Satzzeichen genauso viel Information wie aus einer drei Minuten Sprachnachricht ziehen kann, dann kennt man sich nicht nur lange, sondern auch gut. „Isar?“ ist gleichbedeutend mit: „Meine Neujahrsvorsätze haben auch dieses Jahr nichts gebracht. Ich habe in diesem noch jungen Jahr jeglichen Schrei meines Körpers nach Bewegung so konsequent ignoriert, dass mir mein Rücken jetzt so weh tut, dass ich mich gezwungen sehe, ihm kurzfristig entgegen zu kommen. Alleine habe ich keine Lust und kenne dich gut genug, um zu wissen, dass es dich bei Sonnenschein eh raustreibt. Ich schreibe dir in letzter Zeit so selten, dass ein einziges Wort reichen wird und ich mir sämtliche Floskeln sparen kann, weil du mich sicher gerne sehen willst.“ Aus meinem „Unbedingt“ kann er im Gegenzug herauslesen, dass ich es so schäbig finde mir nur ein Wort und ein Satzzeichen aufs Display zu werfen, dass ich mir das eigentlich angebrachte Satzzeichen in Form eines Ausrufezeichens spare. Wir kennen uns vielleicht ein bisschen zu gut und eine halbe Stunde später, als er vor meiner Türe steht, sage ich ihm, dass wir uns bei noch weniger Worten aufs Gedankenlesen verlegen müssen.

Er sagt ok, und wir gehen an die Isar. Ok ist ein Wort mit nur zwei Buchstaben. Fügt man einem so kurzem Wort für die nächste Viertelstunde kein weiteres hinzu, sollte man sich besser in Gesellschaft einer wirklich guten Freundin befinden, um nicht als mundfaul und verstockt zu gelten. Einer Freundin, die nicht unbedingt Worte braucht, weil der Weg zur Isar auch so genug zu erzählen hat. Wir kommen an der Wohnung vorbei, in der ich aufgewachsen bin und schauen beide automatisch zum Küchenfenster, als würden wir erwarten, dort meine Mutter zu sehen. Erinnern uns wortlos an die Kneipe gegenüber in der wir vor einem halben Leben, im Sommer Eis gekauft haben und wundern uns über einen Zebrastreifen, den es noch nicht gab, als wir todesmutig die große Straße überquerten, die heute eigentlich recht klein und ruhig ist. Erreichen den Park und gehen den kleinen Trampelpfad um den Spielplatz herum um uns zu versichern, dass der kleine Weiher dahinter noch immer da ist. Für so etwas braucht es keine Worte. Wir machen das immer, wenn wir hier sind. Ohne dass es uns sonderlich interessiert, sonder vermutlich nur, weil wir es schon immer so gemacht haben. Alles gut, frage ich ihn und er antwortet mit auf meine Zwei-Wort-Frage mit einem Wort. Selbstverständlich. Also nicht. Wir gehen weiter. An den Tischtennisplatten vorbei. In einem Leben, das schon lange vorbei ist, stellten wir dort fest, dass Tischtennisbälle grüne Flammen schlagen, wenn man sie anzündet. Die Platten sind noch dieselben wie damals.

Auch die Buchen. Warum auch nicht. Buchen bleiben für gewöhnlich dort wo man sie das letzte Mal gesehen hat. Nicht ganz so gewöhnlich ist es, dass man unter ihnen auch dreißig Jahre später noch weiß, welche Sommernachmittage man unter ihnen verbracht hat. Wir setzen uns auf eine Bank in der Sonne. Die Bänke hier haben vielleicht andere Bretter bekommen – aber sie sind noch hier. Genauso wie die Grillplätze. Die Isarbrücken eh und die Kiesel darunter sind genauso warm, wie sie es in der Sonne immer waren. Der Kiosk steht dort wo er schon immer stand und wir setzen uns ans Wasser. Er hat hellbraune Augen und im rechten einen dunkelbraunen Fleck. Schon immer. Ich bitte ihn, nachzusehen ob in meinen Grünen noch der goldene Punkt ist. Er schüttelt den Kopf. Schlammbraun und nicht einer sondern zwei Punkte. Schon immer, sagt er und dass sich für seinen Geschmack gerade zu viele Dinge zu schnell ändern und verschwinden. Diesmal antworte ich mit nur einem Wort: Nein.

Nichts ändert sich. Weder unsere Ein-Wort-Gespräche, wenn es ihm nicht gut geht, noch unser liebster Ort, wenn einem von uns die Worte fehlen. „Isar?“ bedeutet seit über dreißig Jahren nämlich auch, dass gerade alles aus dem Ruder läuft und einer von uns dringend etwas vertrautes braucht.

Ernsthaft?

Es tut mir leid, dass ich Ihnen heute noch immer die Geschichte schuldig bleibe, warum ich aus dem Bus geflogen bin. Hätte ich letztes Jahr kurz vor Weihnachten im Vorabendverkehr „Die AfD ist gefährlich!“ gebrüllt, dann könnte ich aktuell einen schönen Bezug herstellen. Habe ich aber nicht. Unter uns…es ergab sich keine Gelegenheit, sonst…warum nicht? Stimmt ja.
Ich kann Ihnen heute leider noch keine launige, kleine Erzählung bieten, weil ich die letzten Tage doch recht viele Mails wegen diesem Post erhalten habe.

Erlauben Sie mir hier gesammelt zu antworten:

Ernsthaft? Ich schreibe lediglich die Daten der am Wochenende anstehenden Demonstrationen und Sie fühlen sich berufen mir eine zwei Seiten lange Mail zu schreiben und mir zu erklären, dass meine politische Haltung Schrott ist.
1. Kennen Sie die gar nicht und 2. Meine Haltung, anscheinend nicht Ihre.

Ernsthaft? Ich mache deutlich, dass ich die Demonstrationen gegen rechtes Gedankengut sehr postiv bewerte und Sie erlären mir, dass menschenverachtende und zutiefst rassistische Äußerungen toleriert werden müssen, damit das Volk zusammenhält und sich gegen die Regierung stemmen kann.
1. Ganz und 2. sicher nicht.

Ernsthaft? Sie erklären mir mit Worten die einem Vorschulkind angemessen sind, dass ich mir keine Sorgen machen muss. Das alles wird nur von der bösen Presse aufgebausch und außerdem hat das alles auch sein gutes.
So wie 1933 als die Arbeitslosigkeit sank, meinen Sie?

Ernsthaft? In keiner der Mails gehen Sie auf die Punkte meinerseits (Rassismus, völkische Ideologien oder Antisemitismus) ein. Auch auf Nachfrage nicht. Ein ums andere Mal anworten Sie mit einer Gegenfrage oder machen ein neues Thema auf. Wäre es nicht so ermüdend, wäre es faszinierend. Es wäre aber schön, wenn Sie dabei nicht versuchen würden, mir die Welt zu erklären. In der befinde ich mich bereits eine ganze Weile und konnte mir eine eigene Meinung bilden.

Ernsthaft? Sie schnappen sich einzelen Sätze von Kommentierenden unter meinem Beitrag und stellen sie auf Ihre Seite OHNE den darüberliegenden Kommentar ebenfalls zu zitieren und drehen das ganze so, dass es Ihre eigenen Thesen stützt. Vielleicht war Ihnen nicht klar, wie unschön und falsch das ist, aber dann nehmen Sie es, wie gebeten, bitte ganz schnell wieder raus. Gerne können Sie den kompletten Beitrag verlinken, aber doch nicht aus dem Kontext gerissene Sätze.

Danke an all die Meinungen die öffentlich unter dem Beitrag standen. Auch die, die mir nicht passen. Das worum es mir geht, aber ich in ruhigeren und weniger pampigen Worten in den Kommentaren unter den Kommentaren geschrieben und muss es hier nicht noch mal wiederholen.

Und damit würde ich jetzt dann auch hier den Deckel erstmal zumachen und mich wieder (Zitat) „meinen sonst ausschließlich heiteren Erzählungen“ widmen. Sie sind schon lustig…ausschließlich heiter…na, da haben Sie auf dieser Seite aber auch nicht allzutief gegraben.

Herzlichst
Mitzi

München

Ob heute in München über 100.000 Menschen (lt. Polizei) oder doch über 200.000 (wie die Veranstalter schätzen) anwesend waren, wird man nicht mehr herausfinden.

Aber es war voll. So voll, dass die Versammlung aufgelöst werden musste. Unter einem sonnigen Himmel war es eine friedliche Veranstaltung. So viele in jedem Alter, die Hoffnung, dass viele einzelne Menschen eben doch etwas bewegen können.

Frau Wolf zieht ein

Im Schnee liegt zwischen vertrockneten Christbäumen ein Usambaraveilchen. Sie gehören hier nicht hin. Weder die Christbäume noch das lila blühende Veilchen. Die Bäume wurden der Einfachheit halber nicht zur Sammelstelle gebracht, sondern auf die Wiese im Innenhof geworfen. Einer fängt an, ein Zweiter folgt und schon der Dritte vermutet, dass es sich um einen offiziellen Abgabeort handelt. Man kann ihm keinen Vorwurf machen, denkt sich der Vierte, der es besser weiß und seinen Baum deshalb erst im Dunklen auf die Wiese legt. Der Fünfte könnte ich sein, aber mein Baum steht noch auf dem Balkon. Vermutlich bis Mitte März. Bis dahin wird das Usambaraveilchen im Schnee nicht überleben. Bleibt es hier, zwischen den Bäumen, wird es sterben.

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Happy 2024

Eigentlich sollte man Feuerwerke nicht filmen sondern genießen. Da ich aber nicht widerstehen konnte, kommen Sie nun in den Genuss einiger Sekunden von meinem Jahreswechsel.

Für das neue Jahr wünsche ich Ihnen alles Gute.

Notiz an mich selbst

Hallo.

Ich bin eigentlich gar nicht da. Sie können mich bitte einfach ignorieren. Ich muss mir nur eben ein paar Dinge notieren, die ich Ihnen in 2024 erzählen möchte, zu denen ich 2023 aber nicht mehr kommen werde.

  • Die WordPress Seite auf die ich so oft geschimpft habe, ist gar nicht so grottenschlecht wie ich dachte.
  • Der Service meines Internetanbieters (auf den ich vermutlich in den letzten Jahren auch geschimpft habe) ebenfalls nicht. WordPress mag mich, seit ich einen neuen Router habe. Der Servicemitarbeiter meines Providers vermutlich nicht. Dem habe ich nämlich so lang erklärt, dass ich aus Gründen der Nachhaltigkeit keine neue Fitz.Box möchte, bis er sie mir irgendwann einfach zugeschickt hat. Ich muss zugeben, er hatte recht. Falls Sie noch nicht wussten, dass sich Seiten im Internet in unter 15 Sekunden aufbauen und Ihr Router so alt ist, dass der Anbieter ihn nicht zurück haben möchte……dann suchen Sie sich einen Callcentermitarbeiter, der Sie zu Ihrem Glück zwingt.
  • Unbedingt erzählen muss ich Ihnen vom Irrenhaus hier. Aber nicht mehr dieses Jahr. Notiz an mich selbst: Frau Hintereder trommelt gegen die Aufzugstür, der DHL Bote bekommt Eierlikör, junge Frauen mit Baby im Arm nicht fragen, ob das Kind von Paul ist.
  • Auch berichten muss ich von heute. Aber nicht heute. Ich muss erst noch verdauen, dass mich der Fahrer tatsächlich aus dem Bus geschmissen hat. Ich hatte recht, aber er das Hausrecht. Mehr als unangenehm.
  • Nicht Ihnen, aber meiner Mutter muss ich erzählen, dass der letzte Fabrikreste Laden in der Innenstadt geschlossen hat und damit eine Ära zu Ende geht. Sag ich Ihr lieber erst im neuen Jahr, aber Ihnen könnte ich von einem der tollsten Läden ganz Münchens erzählen. Leider jetzt ein Abgesang.
  • Herrn Ösi muss ich noch sein eigenes Buch zuschicken, damit er es mir signierte. Das schreibe ich hier, damit Sie es lesen und es sich ebenfalls holen. Ösi-Humor ist….sehr fantastisch.
  • Und von Jules muss ich mir das Buch erst noch besorgen. Sie gerne auch. Das Teestübchen Trithemius ist ein Schatz, eine Fundgrube und ein ganz besonderes Archiv. Notiz an mich selbst: Jules habe ich das in letzter Zeit zu selten gesagt. Nachholen.

Den Rest werde ich andernorts notieren. An meinen Wintergroßputz Aktivitäten (selbstverständlich nicht zwischen den Jahren besteht sicher wenig interesse.

Mir bleibt für dieses Jahr nur noch, Ihnen allen einen guten Rutsch und ein gesundes und frohes neues Jahr zu wünschen. Das meine wird gut. Das weiß ich, weil ich fest daran glaube, dass das neue so wird, wie das alte in den letzten Stunden endet. Großzügig gerechnet, befinden wir uns heute schon in den letzten Stunden und ich war heute um 06:45 Uhr zum Sonnenaufgang auf einem Konzert im Freien. Selten etwas so besonderes und schönes erlebt. Schauen Sie mal:

Kommen Sie gut rüber. Und nächstes Jahr bin ich aktiver. Versprochen.

Liebe Grüße
Ihre Mitzi

Obacht – Rauhnacht!

„Mei, geh hoid waida, dumm’s Tritschal.“, fordert mich Herr Meier auf. Er hat Recht. Ich stehe gerade wirklich saudumm vor der Türe zum Keller und versperre ihm den Weg. An mir vorbei kommt er nicht, weil auf meiner Hüfte ein Wäschekorb sitzt und ich damit doppelt so breit wie gewöhnlich bin. Die Wäsche müsste in die Maschine. Sie und zwei weitere, die noch oben im Flur stehen. Eigentlich müsste ich dringend waschen und gerade jetzt zwischen den Jahren, wo ich Zeit habe, viele Hausbewohner im Urlaub und die Maschinen frei verfügbar sind, ist der Zeitpunkt ideal. Herr Meier schaut mich an. Erst mich, dann den Wäschekorb, dann noch einmal mich. Wieder hat er Recht. Die Wäsche wird warten müssen. Vielleicht nicht die ganze Wäsche, aber ganz sicher die Leintücher. Ich trete zurück und Meier nickt zufrieden. „Ganz sauber bist ned, ha?“ Fragt er noch mit einem Blick auf meine Bettwäsche und schiebt sich dann an mir vorbei. Er weiß es auch, wer in den Rauhnächten ein Leintuch wäscht, der läuft Gefahr, dass es im nächsten Jahr zum Leichentuch wird. So blöd, das zu riskieren bin ich dann doch nicht. Danke, sag ich noch, weil mein Nachbar mir vielleicht das Leben gerettet hat. 

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Paprika Edelsüß

Der, der ab und zu mit einer Flasche Wein vor meiner Türe steht, teilt mir mit, dass er in näherer Zukunft nicht bei mir einziehen wird. Eine Information die mich etwas irrtiert, da ich ihn meines Wissens weder aktuell, noch in ferner Vergangenheit darum gebeten habe. Auf keinen Fall wiederholt er und ich bin mir nicht sicher ob diese plötzliche Eingebung etwas mit mir oder dem Gewürzdöschen in seinen Händen zu tun hat. Letzters betrachtet er schon eine Weile und weil ich mir beim besten Willen nicht vorstellen kann, was Paprika Edelsüß verbrochen haben könnte, entscheide ich mich, bis auf weiteres beleidigt zu sein. Man teilt schließlich niemanden ungefragt mit, dass man ein räumliches Zusammenleben konsequent ausschließt. April 2019, sagt der Mann, der nicht bei mir einziehen möchte, und weil ich beleidigt immer wortkarg werde, ignoriere ich diese vermeintliche Begründung, indem ich weiter meine Gewürze ins Regal sortiere. Was auch immer im April 2019 vorgefallen sein mag – es sollte längst verjährt sein.

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