Am 28.02.2026 darf ich um 19:00 Uhr im Hans Werner Richter Haus in Bansin auf Usedom lesen.
Ich freu mich rießig ans Meer zu fahren. Diesmal rauf und nicht runter. Sollten Sie in der Nähe sein… ich würde mich freuen Sie zu sehen.

Ab und an darf ich meine Geschichten, die ich hier veröffentliche, vor Publikum lesen. Das ist wunderschön. Besonders schön ist es, ein bis zwei Wochen vor einem Termin, die Geschichten rauszusuchen, die ich lesen werde. Manchmal gibt es ein vorgegebenes Thema, manchmal lese ich aus einem bestimmten Buch und manchmal bin ich völlig frei und kann mir selbst überlegen, was wohl zusammenpasst. Nach nun fast zehn Jahren, habe ich einen kleinen dreistelligen Vorrat an ausgedruckten Erzählungen, die ich immer wieder neu zusammenstellen. Die liebsten meiner Geschichten, sind fast immer dabei. Das sind die, die ich eigentlich gar nicht mehr lese, sondern erzähle. Andere, die nicht so oft gelesen werden, muss ich vorbereiten. Ich lese sie ausgedruckt in großer Schrift auf Blättern mir selbst mindestens fünf mal laut vor und merke dann, wo ein Satz holpert oder wo ich mich auch beim fünften Mal noch verspreche. Dann passe ich sie an.
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Nur ein guter, ein sehr guter Freund, darf ehrlich genug sein, mir ohne Umschweife ins Gesicht zu sagen, dass ich eindeutig nicht mehr alle Tassen im Schrank habe. Und nur einem wirklich guten Freund gegenüber, würde ich zugeben, dass mir das völlig bewusst und gleichzeitig komplett egal ist. Meinen anderen Freunden und Bekannten gegenüber, behaupte ich, alles im Griff zu haben. Das ist natürlich Blödsinn. Ich habe überhaupt nichts im Griff. Das hatte ich nicht mit 16, nicht mit 20 und an keinem der folgenden runden Geburtstage. Am Ende waren sie aber alle gut. Mehr als das. Meine Geburtstage oder besser gesagt, die Feste, waren fantastisch. Für mich und für neun Zehntel der Gäste. Das kleine Zehntel, das anderer Meinung war, hatte in der Regel zehn Jahre Zeit zu vergessen, dass es sich geschworen hatte, nie wieder mit mir auf der kleinen Lichtung im Wald zu feiern.
Der klügste meiner Freunde, der mir eben versichert hat, dass ich nicht alle Tassen im Schrank hätte, konkretisiert seine Aussage mit der Frage, ob ich im Juni ernsthaft 50 Personen eingeladen hätte. Ich bestätige nickend – pro Lebensjahr ein Gast – und weiß worauf er hinaus will, als er einwirft, dass diese „Regel“ seines Wissens nach, nur für Kindergeburtstage gilt. 50 Gäste und 31 Schlafplätze murmelt er und beweist wie klug er ist. Es sind eigentlich deutlich weniger Plätze, aber er ahnt, dass ich die Speisekammer und den freien Platz neben dem Waschbecken einkalkuliert habe. Der Klügste reserviert sich gedanklich das Bett hinten links unter der Dachschräge, das sehe ich an den Falten, die seine Stirn wirft und nicke, als er aufschaut. Na, dann – er grinst und nickt meine Planung ab. Das muss er, denn sein Geburtstag liegt so nah an meinem, dass er aus Bequemlichkeitsgründen seit etwa 30 Jahren meine Feiern auch als die seinen betrachtet. Trust the process, sagt er und schreibt es in die WhatsApp Gruppe mit 52 Mitgliedern, die er für die nächsten fünf Monate moderieren wird.
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