Vor der Arbeit nach Brasilien – U-Bahn Gedanken

Im Zwischengeschoss des Münchner Hauptbahnhofes steht jeden Tag ein alter Mann vor den Rolltreppen nach unten und fragt die vorbei eilenden Menschen nach dem Weg. Wir sind Gewohnheitstiere – er und ich. Er steht und sucht nach jemandem, den er nach dem Weg fragen kann und ich gehe an ihm vorbei, weil er mich noch nie gefragt hat. Jeden Morgen gehe ich in den kleinen Supermarkt und kaufe mir dort einen Apfel. Viel lieber würde ich mir nebenan im Café do Brasil ein Schokoladen Croissant kaufen. Weiterlesen

Man könnte…. U-Bahn Gedanken

Man könnte so vieles. Man könnte zum Beispiel in der warmen S-Bahn sitzen bleiben. Man könnte tiefer in die Polster sinken und für einen Moment die Augen schließen. Man könnte einschlafen, die elfte Station verpassen und draußen vor der Stadt den Tag im Winter-Sonnenlicht verbringen. Man könnte. Und man möchte. Aber man darf ja nicht. Von Montag bis Freitag ist träumen und wünschen nur elf Stationen lang erlaubt. Man könnte sie nutzen, die elf Stationen, und den Konjunktiv im warmen Bett zurück lassen. Dort würde er sich träge zwischen den Laken räkeln und so nutzlos sein, wie du es ihm immer unterstellt hast. Weiterlesen

Feig und wütend

Jeden Morgen macht er mich wütend. Egal ob das Wetter schön ist oder schlecht. Unwichtig ob ich mit guter Laune in die S-Bahn eingestiegen bin oder sowieso schon mit dem Tag haderte. Es reicht, ihn zu sehen und ich werde wütend. Einem ungeschriebenen Gesetz zu Folge, steht man täglich an genau der gleichen Stelle am Bahnsteig und setzt sich brav an seinen angestammten Platz. Weiterlesen