Schafskälte

Mit drei Würfen hat er alle Dosen abgeräumt, der Klügste meiner Freunde und der, der mir von allen vielleicht am Wichtigsten ist. Er kennt mich noch ein kleines Stück besser, als die anderen und wusste, dass ich es ernst meinte, als ich ihn bat mir das größte der Stofftiere am Stand zu werfen. Manche Wünsche sind albern, aber sie brennen so heiß, dass sie erfüllt werden müssen. Auch wenn die Wünschende viel zu alt für ein 1,20 m großes Stofftier ist.  Zwei Mal in Folge müssen die Dosen mit drei Bällen abgeräumt werden. Der Klügste lacht und schüttelt den Kopf. Das würde nichts werden, murmelte er. Das muss, flüsterte ich. Unbedingt – ich brauche heute dieses Schaf. Mir ist zu kalt, als das ich ohne Schaf durch den Tag kommen würde. Weiterlesen

Alles im grünen Bereich

Ob ich ihm einen Besuch abstatten wolle, erkundigte sich Dr. X bei mir. Eine Frage, die durchaus ihre Berechtigung hatte, da ich vor seiner Haustür stand und es außer einem Besuch wenig Gründe gab, das zu tun. Da es aber nie auszuschließen ist, dass jemand einen sehr guten Grund hat in einem fremden Viertel, vor einer fremden Haustür zu stehen, schüttelte ich den Kopf und antwortete mit einem klaren Nein. Ein so klares Nein muss mit einer entsprechend klaren Körperhaltung unterstrichen werden. Kopf hoch, Brust raus, Bauch rein und Abgang. Ich bin gut in klaren Ansagen und noch besser in schnörkelosen, keine Fragen offen lassenden Abgängen. Theoretisch. Weiterlesen

Ohne Blumen werde ich nicht intim

Ich mag den Valentinstag! Punkt. Mitten in all den „Ich mag den Valentinstag nicht“ Beiträgen fehlt mir das Gegengewicht. Wenn´s sonst keine tut, dann eben ich. Ich mag ihn wirklich. Den Valentinstag.
Nicht den Konsumwahnsinn mit Blumen, Pralinen und gedankenlosen vorgefertigten Kalenderspruch-Grußkarten. Auch nicht das Gefühl, das er bei einsamen oder Liebeskummer geplagten Menschen auslöst. Und schon gar nicht, wenn es der einzige Tag im Jahr ist, an dem man sich ein liebes Wort oder eine warme Geste abringt. Aber sonst, finde ich ihn eigentlich ganz nett. Weiterlesen

Beschönigen hilft da nicht

Christoph(rox) unterstellt mir ein ausgeprägtes Aggressionspotential und Jules gefällt es. Sag mal, geht´s eigentlich noch, meine Herren? Der eine glaubt es mit einem Zwinkern in Form leicht deformierter gelber Köpfe als feine Ironie zu kennzeichnen, der andere trägt zunächst zu meiner Ehrenrettung in Form von erlegten Säuen bei und klickt dann doch auf ein „Gefällt mir“ wenn der erste mit der BILD droht. Weiterlesen

Sie ticken doch nicht mehr richtig!

Ich bin die Ruhe selbst. Sie können mir gerne ungefragt Ihre Meinung um die Ohren hauen. Egal wie dumm sie mir erscheint, ich lächle freundlich und denke mir meinen Teil. Sie meinen es ja nur gut, mit Ihrer Meinung. Wenn Ihnen mein freundliches Lächeln nicht reicht, dann erklären Sie mir Ihre Meinung in aller Ausführlichkeit und widerlegen alles, was ich noch gar nicht gesagt habe. Sie rüsten sich für mögliche Erwiderungen meinerseits, indem Sie Beispiele von Frauen anführen, denen es genauso geht wie mir. Natürlich müssen Sie gar nicht erst fragen, wie es mir geht. Weiterlesen

Achtung, heulende Frau

Es ist ganz still um mich herum. An die Alltagsgeräusche, die aus den anderen Wohnungen und von der Straße bis zu mir klingen, habe ich mich längst so gewöhnt, dass ich sie kaum noch als Geräusche wahrnehme. Es still, aber viel zu laut. Noch in Mantel und Stiefel laufe ich ins Wohnzimmer, knipse im vorbei gehen das Licht an und lasse mich mit Schal und Mütze auf das Sofa fallen. Meine Finger sind noch viel zu kalt um den Stift anständig zu führen und doch schreibe ich sofort los. Es ist still hier auf meinem Sofa und um mich herum. In meinem Kopf ist es nicht still. Er explodiert und etwas brüllt mich an. Etwas, dass ich eben aus dem Lift mit hier rein geschleppt habe und das nicht hier sein sollte. Weiterlesen