Schwindeln Sie ruhig

Wissen Sie was das ist?

Keine rhetorische Frage, ich würde es wirklich gerne wissen. Insbesondere weil sich dieses Teil irgendwie in das Abflussrohr der Dusche verirrt hat. Sie fragen sich vielleicht warum wir da oben ein Abflussrohr mit einem Durchmesser haben, in das sich etwas kriechen kann, das die Kopfgröße eines dreijährigen Kindes hat. Das würde mich auch interessieren, aber nicht einmal mein Vater, der das Rohr irgendwann angebracht hat, konnte es mir beantworten. Um ehrlich zu sein, ich habe ihn auch nicht danach gefragt, denn dann hätte ich zugeben müssen, dass ich bis jetzt nicht genau verstanden habe, wo genau sich das Rohr eigentlich befindet. Am Abfluss der Dusche werden Sie jetzt richtiger Weise einwerfen und ich widerspreche nicht. Aber wie konnte er den Schädel dann finden ohne die ganze Dusche auseinander zu bauen? Das hat er nämlich sicher nicht, weil man dafür die komplette Duschwanne…. egal, jedenfalls hätte ich es mitbekommen. Wahrscheinlich lief das Wasser nicht mehr ab und er – mein Papa – hat sich dem Problem von hinten genähert. Hinten bedeutet, er ist hinter die Hütte gestiegen, den dort läuft das Wasser den Hang hinunter. Und, das sage ich für alle die sich sorgen wir würden das Grundwasser vergiften….dort läuft nur Wasser hinunter. Wir haben extra Shampoo und Duschgel das man auch in einen Bergsee kippen könnte. Interessanter als biologisch einwandfreie Seife ist aber die Frage ob mein Vater wirklich da hinten rum kletterte. Der Felsvorsprung ist  vielleicht dreißig Zentimeter breit und es geht fast senkrecht mehrere Meter nach unten. Nasses Laub und ein geschickter, aber doch schon 76jähriger Mann. Darüber denke ich lieber nicht nach. Genauso wenig über die Tatsache, dass unser Hüttchen von einem echten Optimisten an diese Stelle gebaut wurde. Ich denke lieber weiter über den Schädel nach. 

Ein Fuchs, oder? Kriechen Füchse in Abflussrohre? Vielleicht ein etwas blöder Fuchs. Oder ein Fuchsmännchen, das vor seinem Fuchsweibchen geflüchtet ist? Leider fehlen die Zähne ganz vorne. Die von denen ich annehme, dass sie spitz genug waren um zu einem Fuchs zu gehören. Vielleicht ein alter Fuchs. In jedem Fall ein armes Viech, denn es gibt im ganzen Wald da oben wohl keinen scheußlicheren Platz zum Sterben als unser Abflussrohr. Wenn das arme Ding schon so elendig ersoffen, erstickt oder sonst wie verreckt ist, wäre es schön wenigstens zu wissen was es gewesen ist. Ganz kurz habe ich mit dem Gedanken gespielt den Kopf auszukochen um ihn dann…keine Ahnung, vielleicht in den Schuppen zu legen. Meine Mutter hat mir aber verboten dafür einen Topf aus der Speisekammer zu verwenden. Für eine Frau die auf dem Land aufgewachsen ist, ist sie manchmal arg empfindlich. Der Schädel des doofen, armen Fuchs(?)es liegt jetzt (nicht ausgekocht) am Holzhaufen im Schuppen. Er hätte sich sicher nicht träumen lassen, dass sich einer einmal so viele Gedanken um ihn macht. 

Wenn Sie wissen was es ist, dann schreiben Sie mir bitte. Sie würden mich damit auch etwas beruhigen, denn obwohl ich überhaupt nicht zimperlich und gar nicht ängstlich bin….ich entstamme der Generation die noch alle zehn Staffeln von Akte X gesehen hat. Und mitten im Wald, in einer Hütte, nach zwei Gläsern Rotwein und einem seltsamen Schädel auf dem Tisch…sagen Sie mir einfach, dass es ein stinknormaler Fuchs ist. Wenn Sie es nicht wissen, können Sie ruhig schwindeln. 

36 Gedanken zu “Schwindeln Sie ruhig

    1. Ganz klar kein Fuchs. Raubtiere haben die Augen vorn am Schädel. Dieses Tier hatte die Augen an der Seite. Das war ein Pflanzenfresser, ein Fluchttier. Bei denen hat die Evolution die Augen an den den Seiten platziert – für den besseren Rundum-Blick. Außerdem hat ein Fuchs nicht so eine riesige Nase mit deutlich unterteilten Nasenlöchern.

      Die Form erinnert auf den ersten Blick zwar spontan an eine Giraffe, aber eine Giraffe war es auch nicht. Es fehlen u.a. die Hörner, die bei der Giraffe tatsächlich aus Knochen sind und selbst bei einer Baby-Giraffe schon in Ansätzen vorhanden sind. Eine frisch geboren Giraffe ist schon 1,8m groß. Auch wenn ein Maß fehlt, ist der Schädel dafür wohl zu klein.

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      1. Hallo Guido, vielen lieben Dank für die beiden Ausführungen – zu der Giraffe (die ich auch bereits ausgeschlossen habe) und den besonders interessanten Aspekt mit den Augen an der Seite. Heute habe ich ein Foto der Zähne, das ich beim Blogartikel nicht griffbereit hatte einem befreundeten Jäger gezeigt. Er sagte das gleiche und vermutet nun ein junges Reh. Wie das da rein kam…..es wird sein Geheimnis bleiben. Herzliche Grüße

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  1. Da ist gar kein Schädel, das ist ein ganzes Tier: Ein mumifizierter Vogel, der auf dem Rücken liegt, ich seh doch ganz deutlich den Schnabel, der kleine, senkrechte Strich im oberen Teil. An den Seiten die Flügel, die sich nach unten verjüngen und in den schon etwas ausgefransten Schwanzfedern enden. Der Vogel dachte, er könnte da einen Wurm fangen, dann kam unbeabsichtigt ein Schwall Duschwasser von oben, er ertrank. Ein schneller Tod, blöd gelaufen, aber sowas passiert. Wie viele Küken werden von ihren Geschwistern aus dem Nest geworfen, nur weil es das Jüngste ist. Da hat dieser Vogel noch Glück gehabt – er hatte bis zu seinem Tod ein erfülltes Leben. Stell ich mir vor.
    Wenn es doch ein Schädel ist, kann es nur der einer Giraffe sein, wie die anderen Kommentatoren sagen. Und sag selbst: Wie wahrscheinlich ist das? Es muß ein Vogel sein!

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    1. Oh das ist eine sehr, sehr schöne Erklärung wie es hätte sein können. So was kann passieren und so was ist dann der Lauf der Dinge. Herzlichen Dank für die kleine Erzählung und je länger ich auf das Foto schaue, umso besser erkenne ich auch einen Vogel. Die recht kräftigen Zähne auf der Unterseite ignoriere ich einfach. Eine Giraffe ist zwar ein netter Gedanke, aber wie zum Henker ist die….. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende!

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  2. Das sieht mir eher nach Bambi aus. Kann ja aber nicht sein, weil Bambi natürlich unsterblich ist. Also eindeutig ein Fuchs 🤓.
    Schön zu hören, dass Dein Papa genauso agil ist, wie meiner: der kraxelte dieses Jahr aufm Dach rum, um die alten Solarröhren (wiegen ja nur so ca. 50 kg) auszutauschen 🙄😱. Gut, er ist auch erst 70 🤪.
    Schönes Wochenende ❤️

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    1. Bambi, also das Bambi, war es sicher nicht – zum Glück!! 🙂
      Langsam gehen wir aber davon aus, dass es sich um ein Reh handelt. 70 ist doch kein Alter ;). Wir sollten froh sein, dass sie so aktiv sind und nicht auf dem Sofa versauern. Man darf nur nicht hinschauen, wenn sie kraxeln. Schönes Wochenende auch für dich und liebe Grüße

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  3. Hallo,
    das sieht nach einem Rehschädel aus. Dazu passen auch die fehlenden Vorderzähne im Oberkiefer, die haben dort eine Hornplatte und keine Zähne. Da ich keine Ansätze für ein Gehörn erkennen an, tippe ich auf eine junge Ricke (weibliches Tier). Vielleicht ist es im Wald gestorben und ein Vogel (Rabe, Bussard, Falke?) hat sich die Knochen mit auf das Dach genommen.

    Viele Grüße, Birgit

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    1. Hallo Birgit, ich wusste warum ich es hier einstelle….ihr kennt euch weit besser als ich aus. Vielen Dank, deine Vermutung passt mit einigen anderen zusammen und jetzt habe ich auch noch eine Erklärung für die Zähne. Klasse, vielen lieben Dank!

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  4. Ich bin über Kommissar Buddenbohm hier und biete folgende These zur Beruhigung der Gemüter an:

    Ein sehr altes, lebenssattes Reh wurde von einem freundlichen Raubtier einvernehmlich zu Tode hypnotisiert, achtsam zerlegt und respektvoll verspeist, in Erfüllung des Kreislaufes der Natur usw.

    Der Kopf wurde dann ehrenvoll im Abflussrohr hinterlegt, das Raubtier stieg erfüllt und trittsicher im Sonnenuntergang über die Felswand hinab, ohne vom ökologisch korrekten Bergseeshampooschwall auch nur sanft angetastet zu werden.

    Also ich finde das sehr plausibel!

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    1. Ja, doch. Für mich klingt auch durchaus plausibel. Mir gefällt der friedliche Ansatz und der Kreislauf des Lebens.
      Herrlich – ich danke dir (und Herrn Buddenbohm, der mir dank des Links noch einige hilfreiche und sehr amüsante Hinweise verschafft hat). Viele Grüße Mitzi

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  5. Mein Kopfkino hat mir dazu gleich eine hübsche 😉 Geschichte serviert. Ein „Stadterer“ hat sich im Wald verlaufen und natürlich prompt den Kopf verloren. Den hat ein Fuchs gefunden und im Abflussrohr versteckt. 😀
    Aber im Ernst. Tatsächlich weiß ich ganz genau, was das ist. Da ich aber auch weiß, dass du, wenn du es ebenfalls wüsstest, wünschen würdest, es nicht zu wissen, unterstütze ich ganz einfach die Fuchs-Theorie (Obwohl im Kommentarstrang bereits plausibel dargelegt wurde, dass es kein Fuchs sein kann. Aber wir wissen ja auch: wenn man etwas so sehr glaubt, dass man diesen Glauben für Wissen hält, ergibt das sozusagen einen Lotus-Effekt, an dem Fakten wirkungslos abprallen.)

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    1. Den Lotuseffekt kennen wir bei ganz anderen Dingen leider nur zu gut ;). Hier würde er mir ganz gut gefallen wobei mir die amüsanten Erklärungen große Freunde bereitet haben und andere mir wirklich weiter geholfen haben und sehr interessant waren.
      Die deine gefällt mir auch – eine Random Randomsen Theorie ist immer etwas ganz besonderes und ich wüsste eh, dass ich sie mag. Ich halte mich zurück und verkneife mir die Frage nach dem was du wirklich zu wissen meinst. Nicht wissen erscheint mir hier besser 😉

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    1. In den Kommentaren wird recht gut erklärt, dass es wahrscheinlich ein Reh ist. Das erscheint mir schlüssig.
      Vogel könnte man von oben meinen, stimmt. Unten sind aber reichlich Zähne ;).
      Liebe Grüße

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  6. sehr gute frage. die assozitaion mit dem mumifizierten vogel hatte ich auch 😉 an reh hätte ich als nächstes gedacht. aber die google bildersuche passt irgendwie zu nichts. dachs passt auch nicht, sowas haben wir hier öfter. ich finde die sachen mit den aliens mittlerweile acuh fast die naheliegendste erklärung, tut mir sehr leid liebe mitzi 😉

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