CR-Leseagentur II – eine Frau für alle Fälle

„Willkommen, im Irrenhaus. Was willst du?“ So kann man nur wirklich sehr, sehr wenige Menschen am Telefon begrüßen. Eigentlich ausschließlich die, die dann herzhaft zu lachen beginnen und mit einem knappen: „Frag mal“, antworten und dann zum Grund des Anrufes kommen. Es ist dieses „Frag mal“, das an anstrengenden Tagen sofort meine Laune hebt und der Schwung in ihrer Stimme, der mich mitreißt. Die Frau, zu der Stimme und Schwung gehörten ist Chuck Norris kleine Schwester, ein Colt für alle Fälle und Mitarbeiterin in der Agentur. Marion. Meine Marion, den die geb ich nicht mehr her!

Falls Sie sich hier auf meiner Seite fragen, wann es neues von Herrn Mu, Herrn Meier und Paul gibt….sobald die nach der Ausgangssperre wieder raus dürfen. Ich kann nicht jeden Tag quer durch den Innenhof brüllen und neue Erzählungen aus dem Vorderhaus provozieren. Außerdem würde Ihnen allen Marion auch gefallen. Die Frau ist der Hammer. Gut, Paul müsste ich sofort zurück pfeifen, aber Herrn Mu, dem würde sie gefallen. Der würde sie gar nicht mehr weglassen, der mag nämlich Menschen die gerade heraus sind und trotzdem ein feines Gespür haben. Solche gibt es nicht viele, sagt er und hat Recht. 

Blöderweise hab ich ihr (warum auch immer) gesagt, dass ich sie alles lesen lassen, was ich vielleicht, eventuell, irgendwann mal  über sie schreibe. Ehrlich gesagt hab ich schon am Anfang des Kapitels beschlossen, dass es da eh nix zu kritisieren gibt und das ich das Ding einfach raushauen werde. Wenn ich es mit Paul so mache, dann passt das bei ihr sicher auch. Wenn nicht, bin ich dank der Corona Kontaktsperre im Moment sicher und habe noch mindestens drei Wochen Zeit zu deeskalieren. Ich glaube nicht, das es nötig ist. Wenn zwei Menschen sich schon so gut kennen, dass nachfolgende E-Mail Kommunikation möglich ist, dann ticken sie sehr ähnlich:

„Bitte“
„Erl.“

Das, meine Damen und Herren, ist Effizient auf höchstem Niveau. Übersetzt heißt es: „Liebe Tanja, kannst du dich bitte um nachstehende Mail kümmern? Vielen Dank im Voraus. Einen schönen Abend und bis bald.“ und „Liebe Marion, ach das ist ja interessant. Danke für Link und Info, ich hab angerufen. Auch dir einen schönen Abend und herzliche Grüße.“

Ok, manchmal sieht es auch so aus:

„Bitte“
„Hä?!?“

Dann telefonieren wir kurz darauf. Das ist auch effizient, zugleich aber einfach nur schön. Schön, weil wir eben ähnlich ticken und über die gleichen Sachen lachen können. Kollegial, freundschaftlich nennt man es wohl. Oder, wie ich als Mitzi sagen würde „bravourös zwischen Wahnsinn und Genialität balancierend – im Gleichschritt“. Es versteht sich von selbst, dass der Wahnsinn dem Alltag und nicht unseren Köpfen entspringt. Als Mitzi mag ich sie mindestens genauso sehr. Von Anfang an und ganz besonders seit einigen Wochen. In der Agentur wurde überlegt, wer sich bei einem bestimmten Projekt um welchen der Künstler kümmern soll. Da kam von ihr ohne Verzögerung: „Ich nehm die Mitz, die gehört zu mir.“ Yep, liebe Marion. Und du zu mir. Als Mitzi und im Agentur-Alltag. Ich hab für uns was vorbereitet:

Sobald wir die Masken wieder ablegen dürfen, gehört die Flasche uns! Den Elch kannst du vernachlässigen, der dient nur als Flaschenhalter. 

http://www.cr-leseagentur.de 

 

 

 

21 Gedanken zu “CR-Leseagentur II – eine Frau für alle Fälle

  1. Da ich Marion nicht kenne, nehme ich erst mal mit dem Elch vorlieb, denn der ist einsame Klasse. Nicht, dass du denkst, ich wäre auf die Flasche scharf – nein, nur auf den Elch, der ist sooooooo wonnig.
    Lieb grüßt dich die Clara

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  2. Liebe Mitzi.
    eigentlich wollte ich ja etwasGeistreiches schreiben. Etwas Kluges. Und nun sitze ich hier und das Einzige, was ich schreiben kann: Es tut so gut, zu wissen, dass es Menschen wie Dich gibt! ❤
    Bitte passe gut auf Dich auf und bleib gesund!

    Liebe Grüße,
    Werner

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    1. Lieber Werner,
      ich finde du hast etwas wunderschönes geschrieben. Eine kluge und geistreiche Antwort habe ich nicht, aber ich kann dir sagen, dass es mich auch sehr freut, dass es dich gibt – so oft muss ich lächeln wenn ich etwas von dir lese. Das ist ganz viel wert.
      Bleib auch du gesund und verlier dein Lachen nicht.
      Liebe Grüße

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    1. Du hast recht – Ausgangssperre ist nicht richtig. In Bayern gibt es Ausgangsbeschränkungen. Ich darf alleine raus zum Einkaufen oder um frische Luft zu schnappen. Aber nicht mit einer Freundin.
      Ich bin mir auch nicht sicher, ob es reicht. Vielleicht wenn man sich noch mehr dran halten würde….schwierig das abzusehen. Allerdings finde ich es auch nicht so wahnsinnig viel verlangt und halte mich deswegen ohne Probleme daran.

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      1. ich habe damit auch kein Problem, solange ich noch an die frische Luft darf – so wie in Italien wäre es natürlich jetzt im Frühling deprimierend – nach den grauen Monaten möchte man doch raus… 🙂

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  3. Ja, ohne Luft wäre es schwerer… ich will ja niemand neidisch machen, aber im Moment lasse ich langsames Internet (naja, geht so – aber selbst die Kleinstädter erschrecken jedes Mal) und fehlende Verkehrsmittel und sonstige Angebote gerne sein, wie sie wollen und bin sehr froh, auf dem Land zu sein. Schnappe mir Fahrrad oder Hundeleine und los…! Schön, nachher muß ich wieder in die Kleinstadt, weil – nix mit home office. Auch die Technik gäbs schwerlich her, aber nicht nur deshalb. Aber wenn’s jetzt morgens mal wieder über 0 hat (solange bin ich auch bei Trockenheit etwas feige. Das Auto hat eine Sitzheizung!) heißt das mit dem Fahrrad ins leidige Büro –
    immer, wenn ich schon in normalen Zeiten nach München reinfahr (Stuttgart? Nein, da tun mir die Leute so schon leid, die in dem Kessel wohnen müssen oder sogar wollen! Eigentlich richtig, die Stadt zu unterkellern – sie ist ja schon dort. Der Blick auf die Weinhänge ist schön, zugegeben) sage ich sterotyp: schau mal, diese Kästen dieser Straße entlang: kannst du dir vorstellen, da zu wohnen?
    Das gilt jetzt natürlich multipliziert mit Faktor C.
    Trotzdem sitze ich hier und schreibe, weil mein Grund, schon morgens einen Spaziergang zu machen, krank ist. Nix C! Nein, es ist das Alter und die damit verbundenen schlaganfallähnlichen Erscheinungen, die alte Hunde so haben können. Vielleicht auch Borrelliose-Spätfolgen dabei?

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    1. Ich hoffe es geht dem vierbeinigen Grund etwas besser. Gegen das Alter kann man nichts machen, aber ich drücke die Daumen, dass er sich erholt und ihr weiter viel raus könnt.
      Ich bin ein halbes Landkind. Meine Familie hat Landwirtschaft. Ich mag es also sehr gerne draußen zu sein und kann dich gut verstehen. Meine andere Hälfte mag die Stadt. Auch dort gefällt es mir gut, solange es eine Stadt ist, die zu mir passt. München und ich scheinen einander gesucht und gefunden zu haben. Obwohl…ich bin hier geboren und habe nicht gesucht und München ist es wohl egal ob ich hier bin oder nicht 😉

      Liken

      1. Man sagt München Charakter nach (und den Bewohnern, die des erweiterten Umlandes, nach Schweiggert den Charme der Preußen und die Disiplin der Österreicher) – ich weiß es nicht, kann weder fürs Münchner Kindl noch für die Bavaria sprechen, aber ich wäre mir nicht so sicher, ob’s der neumodischen Siedlung bei den Möchen egal ist. Wenn überhaupt, dann wurscht. Aber München hat, und früher gabs da ja extra einen verrufenen Stadtteil dafür, immer Künstler angezogen, weniger BEdeutende, mindestens einen ganz furchbaren Typen, Bedeutende, für immer BLeibende, wieder Flüchtende – einer der Pluspunkte, die die Wittelsbacher für sich verbuchen dürfen, dass sie diese Mode, durchaus auch französisch inspieriert, mitmachten. Man muß nicht die ganzen Steuergelder für Kanonen rausschmeißen!

        Gefällt 1 Person

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