Randnotiz – Home Office

So, jetzt ist es soweit. Ich bin, wie meine Kollegen, bis auf weiters im Home office. Gestern Abend ruckelte es gewaltig in Bayern. Wahlen vorbei und es ging los. Die Nachrichten müssen wir alle noch etwas verdauen, aber das Vorderhaus beginnt sich einzurichten.

Dank des traumhaften Wetters weiß ich, dass auch meine Nachbarn von zu Hause aus arbeiten. Oben klappert eine Tastatur, unter mir wird telefoniert und neben mir mit dem Handy am Ohr gewunken. Und weil wir nicht ändern können, was nicht zu ändern ist, machen wir alle – die Balkone haben Abstand – gemeinsam um 13:00 Uhr Mittagspause. Jeder auf seinem Balkon, aber keiner alleine. Gefällt mir. So ist es gleich ein wenig weniger gruselig. Nur Frau Obst schimpft, weil wir uns über die Brüstung brüllend verabredet haben. Sie wird aber wohl auch auf ihrem Balkon sitzen, damit sie nichts verpasst.

 

41 Gedanken zu “Randnotiz – Home Office

  1. Jetzt fehlte noch, daß die Balkone des Hinterhauses in den gleichen Hof ragten wie jene des Vorderhauses. Dann würde uns bald das nächste Mizzi-Buch „Geschichten aus dem Vorder- und Hinterhaus – Balkongespräche“ ins Haus stehen oder so, theoretisch. Ich vermute gleichzeitig, daß es nicht so sein wird, denn wahrscheinlich ragen die Hinterhausbalkone entweder nach hinten ins Eigenhaus-Balkonniemandsland, wo sie mit Balkonen ähnlich konzipierter Häuser in einem Balkongroßraumhof zusammenragen und für Gespräche viel zu weit entfernt sind oder die Wohnungen besitzen keine. Deswegen wohnen dort die Studenten; weil balkonlose billiger sind. Und wenn schon: wahrscheinlich sind die eh nur laut, weil irgendwelche artificial music herüberdudlt von denen, die auch bei geschlossenen Fenstern im Winter durchdringt, während man im Sommer kein Wort versteht was sie miteinander reden, weil sie sehr leise sprechen …
    Wie auch immer. Spannend, so eine Balkonmittagspause … 😉

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    1. Unser Haus hat eine L Form. Teilweise können wir im Vorderhaus also in den Innenhof zum Hinterhaus sehen. Ich zum Beispiel teile mir mit einer Nachbarin einen kleinen Laubengang, den wir zu zweit als Balkon „nach hinten“ nutzen und den wir gemütlich eingerichtet haben. Ich bekomme also ALLES mit ;). Die Balkone des Hinterhauses gehen Richtung grünem Innenhof mit vielen Bäumen und einer großen Wiese. Ob vorne oder hinten – unser Haus ist eigentlich recht nett. Hinten oft noch eher als vorn. Da ist die Straße und die Kneipe.

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  2. Ich stelle gerade auch teilweise auf Home Office um.
    Bin noch auf der Suche nach einer netten Corona-Grußformel, irgendwas zwischen „bleib gesund“, „halt die Ohren steif“, „Sorglosigkeit schadet allen“ und „don’t panic“.

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  3. Oh ja, bei uns gibt es auch den intensiven Nachbarschftskontakt auf Zuruf, da ja alle Kinder zuhause sind und durch die Gärten turnen und krakeelen, es wirkt wie ein Happening, Eigentlich schön bei dem schönen Wetter, wenn es nicht so ernst wäre.
    Hoffen wir nur, dass alles doch noch glimpflich abgeht.
    🙂

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  4. Du bist zu beneiden. Mein Job ist es normalerweise, den ganzen Tag am Computer zu sitzen und Fragen zu beantworten, die mir die Leute stellen. Seit heute ist der Betrieb aber geschlossen. Wenn ich meiner Chefin erzähle, ich mache ab sofort auch Home Office, lacht die mich aus – zu recht, wie ich zugeben muß, woher sollen die Leute wissen, daß sie nun in die Innenstadt, XY-Str., 3. Stock links fahren müssen, um von mir hilfreiche Antworten zu bekommen. Außerdem wäre es mir peinlich, meine Bude ist so unaufgeräumt. Also muß ich mich mit was anderem beschäftigen. Himmel – wie lang so ein Arbeitstag sein kann …

    Wie wär’s mit: Halt Dich senkrecht! Hat meine Mutter immer gewünscht zum Abschied.

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    1. Halt dich senkrecht, das gefällt mir! Nicht zu sentimental und doch mit Aussage.
      Meine Kunden finden im Moment auch nicht alle zu mir und obwohl ich froh bin, dass sie nicht vor meiner Tür stehen bin ich gespannt wie das in den nächsten Wochen laufen wird.
      Liebe Grüße in den 3. Stock XY Straße 🙂

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      1. Inzwischen bin ich auch im Home Office, ohne Arbeitsauftrag und Berufstätigkeit: Ich will nur hoffen, daß meine Chefin nicht der Ansicht ist, daß das in meinem Fall ja kaum einen Unterschied macht, wo ich mich aufhalte.;-)
        Viele Grüße zurück ins Vorderhaus. Besonders Frau Obst soll auf sich aufpassen.

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      2. Das wird sie sicher nicht *g! Schön zu wissen, dass du nicht mehr durch die Gegend fahren musst.
        Grüße aus dem Vorderhaus und pass auf dich auf. Um „meine Alten“ im Haus kümmere ich mich.

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  5. schwupsdiwups gings auch bei uns. wo die chefin sich letzte woche noch ganz entschieden gegen homeoffice äußerte, wurde heute, von einem auf den anderen tag, selbiges für jeden beschlossen, ders will und kann. angesichts des wetters bin ich nicht traurig, meinen arbeitsplatz direkt neben der balkontür auszubreiten.

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  6. Bestellen Sie der Frau Obst einen schönen Gruß. Sie soll halt ihre Erbsensuppe mitbringen und sich auch auf den Balkon setzen. Für den Anfang braucht sie ja nur den Mund zu halten und missbilligend zu schauen. (Ansonsten könnte ich ihr noch die Frau von Unten vorstellen, aber die hasst mich gerade wieder, weil die österreichischen Buben neben mir dauernd bohren und hämmern. Was ich allerdings für die Aktivitäten der österreichischen Buben kann, weiß ich nicht.)

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    1. Das schafft sie schon ganz gut – missbilligend schauen, aber da wir das nur bedingt sehen, ist es auszuhalten.
      Die Frau von Unten ist ein besonderes Exemplar. Du kannst gar nix für die Buben, aber irgendeiner muss schuld sein….Glückwunsch, du darfst es sein ;).
      Im Ernst…die Gute kostet sicher Nerven.

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  7. DAs ist ein Artikel, der sich herzerwärmend liest – nicht zynisch, nicht besserwisserisch, wie ich anderswo gelesen habe.
    Ich wünsche dir und mir und vielen anderen schöne Balkonzeiten, bis du wieder arbeiten gehen kannst.
    Liebe Grüße

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      1. Solange es hier noch was zu überblicken gibt, bleibt es laut auf der Straße. Aber wenn niemand mehr auf die Straße darf, dann habe ich einen ruhigen Balkon. Bloß das will ich eigentlich gar nicht. Lieben Gruß

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  8. … was im sozialen Bereich nur teilweise und im medizinischen gar nciht möglich ist. Die einzige, die home office machen darf, muß ist meine Pharma-Tochter, die anderen müssen ran an die Proben und Patienten, egal, was mit ihnen selbst los ist!
    Auch mit Mundschutz kann man sich prächtig unterhalten. Kuck mal, 1500 Proben… Überstunden!
    Keine Kurzarbeit droht, dafür ja auch niemals Lohnerhöhungen, wie sie in der Industrie üblich sind.

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    1. Einige Bereiche können nicht einfach zu Hause bleiben. Sie halten den Laden am Laufen und verdienen größten Respekt.
      Vielleicht kommt das nach dem Spuk auch endlich einmal an und die Gehälter in diesem Bereich steigen. Es wäre an der Zeit.

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  9. Ja diese selbstbestimmte Zeit zeigt, dass es auch anders geht. Vielleicht wäre das eine positive Folge dieser Zeit jetzt, dass man vertraut das Homeoffice funktioniert,cdass es nicht weniger produktiv ist, sondern vermutlich produktiver.

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    1. Das hoffe ich auch sehr. Es ist ja eh quatsch anzunehmen, dass die Leute daheim weniger arbeiten. Eher mehr. Und wer trödelt macht es im Büro auch. Und wie du sagst….man ist wirklich produktiver.

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